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Test Rega Planar 6: bester Plattenspieler unter 2.000 Euro?

Aber der Rega Planar 6 ist ein Gentleman von der Sohle bis zum Scheitel. Das MC-System mit dem Namen Ania schnitt im LowBeats Test ebenfalls sehr gut ab und ist im Verbund ein Schnäppchen: Gemeinsam kostet der vollständige P6 1.800 Euro, allein liegt das Ania bei 650 Euro., der Planar 6 bei 1.300 Euro.

Und hier können sich auch jene freuen, die nicht die höheren Weihen des Tonabnehmer-Einbaus beherrschen: Das System wird nach Rega-Art mit drei Schrauben befestigt. Deshalb passt die Geometrie ohne weiteres Experimentieren.

Rega Planar 6 Motorsteuerung 1
Das hauseigene MC-System Ania passt von seinen technischen Werten sehr gut in den RB 330 Arm des Planar 6. Die Rega typische Dreipunkt-Montage erleichtert den Einbau erheblich (Foto: H. Biermann)

Der Rega Planar 6 im Hörtest

Klanglich freuten wir uns. Die vielen unterschiedlichen Material-Kombinationen sorgten für einen weitgehend unangreifbaren Sound. Sind andere Plattenspieler die Gewichtheber im vinylen Olympiawettkampf, so ist der Rega Planar 6 der Sprinter.

Alles gelang ihm in unserem Test schnell und unangestrengt. Wunderbar, wieviel feindynamische Informationen er aus der Rille holte. Beispielsweise in César Francks wunderbarer d-moll-Symphonie. Herbert von Karajan leitet das Orchestre de Paris, die EMI hat das Ganze in bester Vinyl-Qualität gepresst.

Es wird laut, sehr laut. Nicht viele Tonabnehmer können diese furiose Pracht wiedergeben. Doch das Ania am Rega P6 nimmt es wie eine Fingerübung. Das hatte herrliche Brillanz.

Da sage noch einmal einer, eine LP sei in der Dynamik einer CD unterlegen. Dazu das feine Flirren der Streicher. Der frühe Karajan war ein Meisterdirigent – diese Fülle am Wohllaut konnte kein anderer Dirigent zu seiner Zeit erreichen. Und notabene: Diese Fülle an Wohllaut ist ein eigen Ding des Rega Planar 6.

Covert Art "Sgt Peppers" von den Beatles
Eines der originellsten Alben der Musikgeschichte neu remastert: Sgt. Pepper’s von den Beatles Unbedingt hörenswert! (Cover Amazon)

Wie hält es der P6 mit bassstarker Musik aus dem Pop/Rock-Umfeld? Für die Beantwortung dieser Frage schätze ich eine Neupressung, die schon heute Legende ist: Sgt. Pepper’s von den Beatles, im neuesten Mastering.

Der alte Mix war immer eine Spur behäbig. Vor allem die Bassläufe von Paul McCartney waren unterrepräsentiert. Nun hat Giles Martin, der Sohn des legendären Beatles-Produzenten George Martin, einen neuen Mix vorgestellt.

Das ist wirklich feinstes High-End. Am besten auf Vinyl zu genießen. Nun entfaltet der Bass richtige Wucht. Dazu ein Mix, der oft ins Psychedelische abgleitet, sehr komplex und fein in den dynamischen Werten.

All das wusste der Rega Planar 6 perfekt wiederzugeben. Allein die Aura, die er „Lucy in the Sky with Diamonds“ angedeihen ließ – das war ganz großes Klangkino.

Und nochmals Klassik: Sir Georg Solti treibt mit seinem Taktstock das London Philharmonic Orchestra in Elgars „Pomp and Circumstances“-Märsche. Wenn hier ein Plattenspieler zu träge, zu brav aufspielt, verliert die Musik ihren inneren Sinn.

Nicht so der P6, der wunderbar alle dynamischen Feinheiten zu staffeln verstand. Auch das Grobdynamische war da. Zur alternativen britischen Nationalhymne wollten wir uns aus den Sesseln erheben.

Selten haben in dieser Preisklasse die Streicher feiner geklungen, selten hatte das Blech mehr Druck aufgebaut. Ein Leichtgewicht unter den Plattenspielern, aber ein Machtwort im Markt der Vinyl-Dreher. Ganz großes Lob.

Um das alles einzuordnen: Zeitgleich hatten wir auch den Technics SL 1200GR sowie den Elac Miracord 90 im Test. Alle drei hatten bei den Testern ihre Fürsprecher und natürlich klangen sie auch durchaus unterschiedlich.

Hier lagen die Unterschiede zwar auch im Tonalen (der Rega mit dem Ania spielte etwas heller als die anderen beiden), aber die wesentlichen Unterschieden waren doch eher im Dynamik-Bereich auszumachen – wobei der Technics mit seiner erstaunlich gemütlichen Art etwas hinten anstand.

Elac und Rega lieferten sich ein herrliches, durchaus spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen, mit mal diesem und mal jenem Sieger.

Am Ende aber gefiel mir das Rega Paket am besten: feindynamisch kann es mehr als die anderen und es ist um 700 Euro günstiger als der ebenfalls sehr überzeugende Elac. Sollte ich das Klangerlebnis in Prozentpunkte fassen, würde es in etwa so ausfallen: Technics = 80%, Elac = 95%, Rega = 100%.

LowBeats Autor Andreas Günther im LowBeats Hörraum
LowBeats Autor Andreas Günther im LowBeats Hörraum mit dem Elac Miracord 90, dem Technics SL 1210 GR und dem Rega Planar 6 (Foto: H. Biermann)

Fazit Rega Planar 6

Der Rega Planar 6 gefiel uns mit den ersten Takten. Das war wunderbar dynamisch und stimmig. Großartig der Reichtum an Farben und dynamischen Details.

Dazu erstaunt und erfreut der Preis: Hier gibt es im Gesamtpaket ein klangentscheidendes Netzteil und einen superben MC-Tonabnehmer mit hinzu. Wer das unter audiophilen Gesichtspunkten beste Angebot bis 2.000 Euro sucht – hier wird er fündig.

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Die Gegenspieler im Test:
Test Elac Miracord 90 – ein Plattenspieler wie eine Burg
Test Technics SL-12o0GR: Neuauflage der Direktantriebs-Legende
und
Test MM-Abtaster Audio-Technica VM 740

Rega Planar 6
2017/12
Test-Ergebnis: 4,5
ÜBERRAGEND
Bewertung
Klang
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Lebendig-dynamisches Klangbild
Gute Abtastfähigkeit
Dreipunktbefestigung
Hochtonbetonung

Vertrieb:

TAD Audio Vertriebs GmbH
Rosenheimer Straße 33
83229 Aschau
www.tad-audiovertrieb.de

Preis (Hersteller-Empfehlung)
Rega Planar 6 mit Rega Ania: 1.800 Euro