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Teufel One M
Der Teufel One M kann in Verbindung mit einem in den meisten Haushalten ohnehin vorhandenen Smartphone eine ganze Stereo-Anlage ersetzen (Foto: Teufel)

Test Teufel One M: So wertvoll wie eine kleine HiFi-Anlage?

Schon den Vorgänger, Raumfeld One M, mochte ich sehr. Das Teufel One M hatte also einen gewissen Vorschusslorbeer bei mir, den es allerdings erst einmal verspielte. Das lag aber nur an der brandneuen Software, in derem Namen – anders als beim Lautsprecher – der Name Raumfeld weiterhin vorkommt.

Auf die Gefahr hin, dass ich den netten Kollegen in seinen Weihnachtsvorbereitungen störte, rief ich einige Male bei des Teufels PR-Mann Florian Weidhase an: Ein Dutzend Versuche, dreimal so viel Gefluche und unzählige Resets mit der aufgebogenen Büroklammer auf der Gehäuserückseite später brachte ich den Teufel One M dann fast schon überraschend zum Laufen.

Manchmal glaube ich, man liest so wenig von solchen Problemen mit all den gehypten, aber noch nicht bis ins Letzte ausgereiften smarten Produkten, weil sich die Kollegen schämen, solche Probleme zuzugeben. Womöglich fürchten sie, es könnte auf sie zurückfallen. Und wer will sich in unserer schnelllebigen Zeit nicht als hipper Techno-Crack präsentieren, direkt im Windschatten der neuesten, coolsten Sau, die alle durchs Dorf treiben?

Teufel One M
Im Teufel One M drängen sich sieben aktive und zwei passive Membranen. Mit dem proprietären Raumklangverfahren „Dynamore“ ergibt das eine erstaunlich große Klangwolke, die man kaum von einem All-in-one-Lautsprecher erwarten würde (Foto: Teufel)

An sich haben die Berliner hier eine solide Software entwickelt. Die Teufel Raumfeld App ist reaktionsschnell – was beileibe nicht immer so war – und sehr nutzerfreundlich aufgebaut.

ChromeCast ist nach kurzer Zeit schon wieder draußen, was ich begrüße. Schließlich habe ich die Streaming-Lösung von Google als nicht stabil und reichlich tricky erlebt.

Und dann war da ja noch die Sache mit dem Datensammeln, was mich ganz besonders beim sprachgesteuerten JBL Link 20 auf die Palme brachte. Vor allem anderen braucht man die Google Home App, um sein System zu konfigurieren und anschließend noch andere Apps, sofern man nicht auf Abodieste steht.

Das Wichtigste in einer App zusammengefasst

Wer wie ich ganz altmodisch seine Songs rippt oder bei iTunes kauft, kann bei der teuflischen Lösung direkt aus der Raumfeld App auf das Musikarchiv seines iPhones zugreifen. Nur die vorhandenen Playlists erkannte die markeneigene Software nicht. Wiedergabelisten muss man direkt in der App neu erstellen. Gemessen an dem Chaos mit etlichen unterschiedlichen Apps bei den Google-Partnern sind das wirklich Luxussorgen.

Auch Webradio wurde via TuneIn direkt in die Teufel Raumfeld App integriert, während man etwa bei JBL dafür die TuneIn App benötigt, die einen dann noch mit Werbung zuspamt und einem ziemlich penetrant Geld für ein kostenpflichtiges Abo aus der Tasche ziehen will.

Und wer seine gekauften Musikschätze auf einer NAS mit aufgespieltem UPnP-Server lagert, kann mit der Raumfeld App sehr bequem darauf zugreifen und die Musik in verschiedenen Hörzonen wiedergeben. Hier hat also Teufel ganze Arbeit geleistet, auch wenn die ersten Seriengeräte, die an die Medienvertreter rausgingen, noch einige Bugs in sich trugen.

Immerhin prägte sich durch die anfangs mangels Netzwerkverbindung durch die Hintertür vom Memory-Stick aufgespielten Firmware-Updates das Vorhandensein eines USB-Anschlusses ins Bewusstsein ein – ein Extra, das man idealerweise zur Musikwiedergabe von Massenspeichern nutzt. Schließlich lädt sich der Teufel One M selbst die nötigen Updates aus dem Internet, wenn er erst mal Verbindung damit aufgenommen hat.

Nachdem mir mit dem Teufel One M der Durchbruch gelungen war, konnte ich nicht nur Aussagen über die hohe Schlagfestigkeit des in Schwarz oder Weiß erhältlichen Kunststoff-Gehäuses machen.

Die anderen zwei WLAN-Lautsprecher-Varianten der neuen Serie – die Tests von Teufel One S und Teufel Stereo M finden Sie auch bei LowBeats – waren danach übrigens vergleichsweise einfach ins System zu integrieren.

Das grundlegende System ist also von der Installation angefangen über die Einrichtung von Hörzonen bis zur Musikwiedergabe ganz gut gelöst. Nur gab mir zu denken, dass das ganze Netzwerk wieder zusammenbrach, nachdem ich die Steckdose im Nebenzimmer für die Teufel Stereo M freimachte. Dann verlor auch der Teufel One S die WLAN-Verbindung. Also, wenn das Multi-Room-System von Teufel erst mal funktioniert, sollte man am besten nichts mehr ändern.

In der Ausstattung galt die Devise „Geben und Nehmen“. So strichen die Berliner auf der Rückseite die bisherigen Cinch-Buchsen des Analogeingangs zu Gunsten eines einfachen, aber in diesem Bereich durchaus sinnvollen AUX-Eingangs mit 3,5-mm-Mini-Klinkenstecker, wie man sie von Mobilhörern kennt.

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Teufel One M
An Anschlüssen mangelt es dem Teufel One M wahrlich nicht. Neben Analog-Eingang, USB- und LAN Anschluss gibt es Bluetooth und WLAN (Foto: Teufel)
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Die Bedienung am Gerät ist ausgezeichnet. Nur lässt sich bei der alternativ zu Schwarz erhältlichen weißen Version die aufgedruckte Tastenbezeichnung schwer erkennen (Foto: Teufel)
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Auch vorne gab es Streichungen. Die Favoriten-Tasten zur Direktanwahl gespeicherter Webradio-Stationen oder Playlists wurden von vier auf drei gekürzt. Auf der anderen Seite des wertig umgesetzten, praktischen Dreh- und Drückstellers für Lautstärke, Play-Pause und Standby finden sich weitere Bedientasten für die direkte Steuerung am Gerät.

Die Beschriftung der Knöpfchenreihe konnte ich allerdings kaum erkennen. Bei Dämmerlicht war der Kontrast zu klein, mit Taschenlampe überstrahlten die Lichtreflexe der gerillten, glänzenden Oberfläche die kleinen Aufdrucke.

Völlig unsichtbar ist dagegen die neu hinzugekommene Bluetooth-Verbindung, mit der sich auch jene Streamingdienste wie Amazon Music oder Apple Music drahtlos zum Lautsprecher streamen lassen, die nicht wie Spotify, Napster oder Tidal direkt in die Teufel Raumfeld App aufgenommen wurden.

Dabei gilt es allerdings zu bedenken, dass sich das via Bluetooth zugespielte Audio-Signal nicht im Netzwerk an andere Lautsprecher verteilen lässt.

Teufel One M: Treiber bis in den letzten Winkel

Was Teufel an Speakern im Gehäuse des One M untergebracht hat, ist eh das Highlight des Ganzen – zumal sich hier eine Menge tat. Statt eines runden Downfiring-Subwoofers auf der Unterseite des robusten, in Schwarz oder Weiß erhältlichen Kunststoffgehäuses kommt jetzt eine ovale Flachmembran zum Zug, die zentral in der Front untergebracht wurde.

Dort geht es ganz schön gedrängt zu, denn Teufel setzt auf insgesamt sieben aktive plus zwei passive Membranen zur Erweiterung des Bassbereichs. Letztere konnten allerdings nur auf der Seite angebracht werden. Dort nehmen sie fast die gesamte Fläche ein und unterstreichen Teufels Anspruch, in Tiefen vorzudringen, die noch kein One-Box-System zuvor erreichte.

Besonderen Aufwand betrieb Teufel auch bei den Hochtönern. Gleich vier Weichkalotten finden sich im oberen Bereich der 42 cm breiten Front. Die beiden inneren Tweeter sitzen nach innen angewinkelt in kleinen Vertiefungen.

Der Sinn dahinter: In Verbindung mit dem proprietären Dynamore-Algorithmus will Teufel so den Raumeffekt vergrößern, um damit das größte Manko von Single-Box-Lautsprechern endgültig zu überwinden.

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