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High End 2017: Rückblick auf die größte Messe ihrer Art

Die analoge Wertschätzung geht so weit, dass Firmen, die sich bislang vornehm zurückhielten, nun ebenfalls Plattenspieler im Programm aufgenommen haben. Beispielsweise Mark Levinson. Die Amerikaner unter dem Dach der Harman Performance Group (ehemals Luxury Group) haben sich bei VPI einfach einen Plattenspieler bauen lassen und ihn mit einigen Mark-Levinson-Details versehen.

Der Mark Levinson 515 auf fdem Messerückblick High End 2017
Der ML 515, der erste Plattenspieler von Mark Levinson, kommt unverkennbar vom US-amerikanischen Analog-Spezialisten VPI. Der Preis, den Mark Levinson dafür aufrufen wird, dürfte bei etwa 12.500 Euro liegen (Foto: H. Biermann)

Sehr viel umfangreicher fielen da die Entwicklungsarbeiten zum ersten Plattenspieler von Burmester aus – dem Burmester 175. Auch er entstand in Zusammenarbeit mit anderen (Berliner) Spezialisten, doch ist er weitestgehend bei Burmester erdacht und umgesetzt worden. Das sieht man und das fühlt man. Knapp 60 Kilo wiegt der vergleichsweise kompakte Spieler, der zudem noch die Phonovorstufe 100 eingebaut hat. Dank Chrom-Front und wuchtiger Bedienelemente ist er unverkennbar ein Burmester.

Der Burmester 175 im Messerückblick High End 2017
Der Burmester 175: Das erste analoge Laufwerk der Berliner und ein Werk, das Dieter Burmester noch begonnen hat, aber nicht mehr beenden konnte. Es wäre ein Laufwerk nach seinem Geschmack geworden: Mit integrierter Phonostufe 100, überragend verarbeitet und 60 Kilo schwer. Der Preis des Burmester 175 liegt bei 30.000 Euro (Foto: H. Biermann)

Gegen den Burmester 175 nimmt sich der neue Elac Miracord 70 geradezu bescheiden aus. Aber hier wird analoges High Tech zu sehr fairen Tarifen angeboten. Das vergleichsweise schwere Laufwerk hat fast alle Attribute des „großen“ Miracord 90, soll aber nur 1.000 Euro kosten. Ich habe mehrfach nachgefragt. Der Preis stimmt. Das wird ganz sicher ein Hammer.

Der Elac Miracord 70 im Messerückblick High End 2017
Der Elac Miracord 70, hier mit abgenommenem Plattenteller, ist gut verarbeitet und macht einen ausgesprochen positiven Eindruck (Foto: H. Biermann)

Ein wahrer Publikumsmagnet der High End 2017 war das Laufwerk von MAG-LEV Audio. Bei ihm schwebt der Plattenteller auf einem Magnetfeld etwa fünf Zentimeter über dem Chassis. Eine LED-Kette illuminiert das Ganze effektvoll. Man kann sich der Faszination nicht entziehen: Sollte das wirklich funktionieren? Keine feste Verbindung zum vibrationsanfälligen Untergrund? Ja, das klappt gut. Doch an einem anderen Punkt kränkelt der originelle Plattendreher des jungen Start-up-Unternehmens. Die Brems- und Hochlaufzeit des Plattentellers liegen bei weit über einer Minute. Und das Wechseln der Schallplatte bei drehendem Plattenteller wird deutlich NICHT empfohlen, weil bei Unachtsamkeit der Plattenteller aus dem Magnetfeld rutschen und anschließend durch die Gegend rollen könnte. Da gibt es noch Verbesserungs-Potenzial…

Das Laufwerk von MAG-LEV im Messerückblick High End 2017
Das Laufwerk von MAG-LEV kostet mit schlichtem Tonarm und Einfach-System 1.400 Euro. Dafür schwebt der Plattenteller auf/über einem kräftigen Magnetfeld. Der MAG-LEV ist nicht im Laden zu kaufen – man muss ihn online ordern (Foto: R. Vogt)

Wie immer auf einer solchen Messe, gab es auch diverse Tonabnehmer-Neukonstruktionen. Wie zum Beispiel der S-Tonarm von Pro-Ject (oben). Oder den Reed 5T. Dieser zunächst konventionell aussehende Tonarm sitzt auf einer elektrisch rotierenden Plattform, die mittels Laser nachgesteuert wird. Dadurch entsteht geometrisch eine tangentiale Abtastung. Man sieht den Laser hinten am Tonarm austreten und auf einen optischen Sensor treffen, der die Mimik nachfährt. Sehr cooles Engineering.

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Der Reed 5T im Messerückblick High End 2017
Der Reed 5T ist der einzige Tonarm, der Laser-gesteuert ist (Foto: R. Vogt)
Die Laser-Mimik des Reed 5T
Die Laser-Mimik führt den Tonarm immer nach, sodass der eigentlich konventionelle Tonarm wie ein tangentialer abtastet (Foto: R. Vogt)
Die Abtastung des Reed 5T
Die theoretisch ideale Abtastung des Reed 5T
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Das analoge Thema wirkt aber auch an anderen Stellen: Der TAD-Vertrieb (Gryphon, Rega, Tannoy, Unison) bringt sogar seine eigenen Tonabnehmer namens Excalibur auf den Markt. Drei Stück gibt es bislang, an zwei bis drei weiteren wird gerade gearbeitet. Man sieht hier also ein großes Potenzial…

Excalibur MC-Tonabnehmer auf dem Messerückblick High End 2017
Excalibur Green, Blue und Black sind ambitionierte MC-Tonabnehmer zwischen 500 und 700 Euro und sollen für ihren Preis fantastisch klingen (Foto: H. Biermann)

Aber die Bayern behalten auch das Zubehör im Blick und haben seit der High End 2017 mit Watson eine Plattenwaschmaschine für knapp 500 Euro im Programm.

Die Wattson´s Plattenwaschmaschine im Messerückblick High End 2017
Die Watson´s Plattenwaschmaschine mit klassischem Absauger ist effizient und mit 495 Euro gar nicht so teuer (Foto: H. Biermann)

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