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Teufel LT 5 licensed by Dolby Atmos
Teufel LT 5 licensed by Dolby Atmos. Elegantes 5.1.4 Lautsprecher-Set für 3.499 Euro (Foto: R. Vogt)

Test: Teufel LT 5 licensed by Dolby Atmos

Die Säulen des Teufels: Der offizielle Name dieses Lautsprecher-Sets ist etwas sperrig: Teufel LT 5 licensed by Dolby Atmos. Aber er beschreibt damit ziemlich genau, um was es hier geht: Nämlich um das schon seit vielen Jahren erhältliche Teufel LT 5, das nun auch noch Dolby Atmos fähig ist.

Teufel nimmt dafür die überarbeitete Version MK 2 als Basis und verlängert dessen schlanke Aluminiumsäulen um gut zehn Zentimeter. In dem  dazugewonnenen Platz befinden sich sogenannte „Atmos Enabled Speaker“, also nach oben gerichtete Lautsprecher, die über die Reflexion von der Decke die Höhenkanäle des 3D-Audio Verfahrens Dolby Atmos generieren.

Das komplette Set Teufel LT 5 licensed by Dolby Atmos besteht aus vier Säulen-Lautsprechern LT 5A FR plus Center-Lautsprecher LT 5 Mk2 C und Subwoofer US 8112/1 SW und kostet knappe 3.500 Euro. Dafür kommt eine Menge Material ins Haus. Und wer mehr braucht, etwa weitere Surround-Kanäle oder Subwoofer, kann alles einzeln nachbestellen.

Teufel LT 5 licensed by Dolby Atmos
Atmos: Das Breitband-Chassis leicht nach vorne geneigt zur Decke (Foto: Teufel)

3-D-Audio über Bande gespielt: Die größte Neuerung des LT 5 in dieser Version ist sicher in der verlängerten Spitze zu sehen – oder eben nicht zu sehen, denn das Frontgitter mit blick-dichter Gaze ist nicht abnehmbar und verbirgt die Technik fast gänzlich.

Gehört hatte ich das System bereits in einem frühen Entwicklungsstadium zur Funkausstellung 2014, bei einer Atmos-Präsentation von Dolby in Berlin. Damals war die Frequenzweiche noch provisorisch und das Gehäuse lediglich durch einen Aufsatz aus dem 3D-Drucker improvisiert. Das fertige Produkt indes sieht nun wirklich edel aus und auch die Technik im Lautsprecher wurde noch einmal komplett neu erdacht.

Teufel LT 5 licensed by Dolby Atmos
Aktiv: Die Elektronik für die Atmos-Emitter sitzt im Fuß der Säule. Der Signal das per Lautsprecherkabel oder Cinch kommen (Foto: R. Vogt)

Klar, das nach Dolby-Vorgaben angewinkelt nach oben gerichtete Breitband-Chassis ist geblieben. Aber nun gibt es eine elegante Akustik-Blende aus Aluminium, die störenden Direktschall nach vorne reduziert. Und aus dem ehemals passiven Entwurf für den 3-D-Aufsatz wurde eine aufwändige Aktivlösung.

Wie ich von Teufel-Entwickler Christoph Winklmeier erfuhr, ließen sich die von Dolby geforderten Entzerrungen für den Zusatztreiber aktiv sehr viel besser umsetzen, sodass nun ein Verstärker und eine Aktivweiche mit allem Drum und Dran im schlanken Korpus der Säule stecken. Platz gibt es genug, denn ursprünglich gab es auch eine komplett aktive Version des LT 5 FR mit dickem Blei-Akku für Funkansteuerung.

Das Signal für den Höhenkanal darf wahlweise per Lautsprecher- oder Cinch-Kabel anreisen. Kommt es via Cinch, kann man sogar noch den Pegel des Zusatztreibers einstellen. Wie auch bei  Subwoofern üblich, versetzt eine Signalerkennung diese Elektronik bei Nichtgebrauch in Tiefschlaf – um Energie zu sparen.

Der LT 5 FR ist ein klassischer Satellitenlautsprecher im schlanken Gehäuse und – fast verblüffend – als ausgewachsene 3-Wege-Box mit 25mm-Gewebekalotte als Hochtöner, 8cm-Mitteltöner und zwei 13cm-Tieftönern im geschlossenen Gehäuse konzipiert.

Der Frequenzgang reicht bewusst nur bis knapp unter 100 Hertz, die LT 5-A FR sind also als Partner für einen potenten Subwoofer konstruiert, nicht als Solist. Die schlanke Säule ruht erstaunlich standsicher auf einem schweren Stahlteller, der die Geometrie der Alusäule aufnimmt und mit fünf Spikes aufgestellt wird.

Der Center-Lautsprecher LT 5 Mk2 C entspricht technisch dem Mittelstück der LT-5-FR-Säule und verwendet die gleiche 3-Wege-Bestückung.

 

Teufel LT 5 licensed by Dolby Atmos
Center-Lautsprecher Teufel LT 5 MK2 C (Foto: R. Vogt)

Auf der Rückseite des LTC5 Mk2 sind Halterungen angeschweißt, die ein direktes Aufhängen an der Wand, etwa unter dem TV-Gerät ermöglichen. Der Wandabstand reicht dann gerade noch für die herausstehenden Anschlussterminals.

Von alleine stehen allerdings kann der runde Korpus nicht, deshalb liefert Teufel einen passenden Standfuß mit. Der besteht aus einer massiven, lackierten Stahlplatte, auf die geschwungene Haltearme geschraubt werden. So aufgestellt, scheint der Center optisch zu schweben …

Nebengeräusche im Griff: der Teufel LT 5 Subwoofer US8112/1SW klingt extrem sauber

Teufel LT 5 licensed by Dolby Atmos
Eine elegante Zierleiste aus massivem Aluminium lockert die Front des Subwoofers auf (Foto: R. Vogt)

Die Grundsubstanz im Klangbild des Teufel LT 5 liefert der Subwoofer namens US8112/1SW. Der besitzt in etwa die Größe eines Minibar-Kühlschranks. Die große Frontbespannung schließt unten mit einer Aluleiste ab, die der Schlichtheit des Kubus entgegenwirkt.

Die vier robust wirkenden silbernen Säulchen, auf denen der Subwoofer ruht, lockern die Optik ebenfalls auf, sind aber auch akustisch notwendig, denn im Subwoofer-Boden enden zwei DPU-Kanäle, die Teufel-Variante des Bassreflexrohres, die – so Teufel – wenig anfällig für Strömungsgeräusche ist.

Überhaupt scheinen die Berliner Heimkino-Spezialisten sehr genau zu wissen, wie man die hohen, mechanischen Energien eines schwer arbeitenden Subwoofers frei von Nebengeräuschen hält. Da rastet dann eben auch die Frontbespannung mit ihren Stahlstiften satt in die dämpfenden Kunststoffbuchsen ein, wo sie mit akkurat 2mm Distanz gehalten wird. Da kann nichts klappern. Nimmt man sie ab, kommt der 30cm Tieftöner zum Vorschein, der mit seiner wulstigen Sicke zu extrem großem Hub fähig ist.

Auf der Rückseite sind alle Bedienelemente in der Rückenplatte versenkt und erlauben so eine sehr wandnahe Position. Es gibt einen Ein/Aus-Hauptschalter und eine in der Empfindlichkeit regelbare Einschalt-Automatik. Außerdem lassen sich Eingangspegel und die untere Grenzfrequenz regeln. Dieser Hochpassfilter ist äußerst nützlich, um die Bassgewalt an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

Lässt man den Subwoofer bis auf 30 Hertz hinunter laufen, hat man den breitesten Frequenzgang, aber gegebenenfalls Dröhn- oder Nachbarschaftsprobleme. Die lassen sich mit einer höheren unteren Grenzfrequenz mindern und gleichzeitig gewinnt man erreichbaren Pegel, sprich, Dynamik. Wer gerne laut hört, sollte also einen höheren Wert wählen (oder noch besser: einen zweiten Subwoofer ordern).

Testaufbau Teufel LT 5: Wenn aus Heimkino 3-D-Heimkino wird

Schon die Messungen ließen erahnen, dass die Berliner Ingenieure die gestellten Aufgaben gut gemeistert haben, denn die gefürchtete Winkelabhängigkeit des Klangs von horizontal ausgerichteten Centern fiel hier ausgesprochen harmlos aus. Erst, wer von sehr weit seitlich lauscht, erlebt einen relativ zahmen Höhenabfall oberhalb des wichtigen Sprachbereichs. Hässliche Filtersenken im Mitteltonbereich verhindert die 3-Wege-Konzeption erfolgreich.

Der Testaufbau entsprach einer 5.1.4-Dolby Atmos Konfiguration, im Grunde die typische Grundordnung für Dolby Atmos. Als Ausgangsbasis diente der Marantz SR6010, der gerade zuvor getestet wurde und den wir noch gut im Ohr hatten. Der Marantz bietet allerdings nur sieben Endstufen, weshalb die vorderen Atmos-Höhenkanäle per Cinch, die rückwärtigen mit Lautsprecherkabel zu den Säulenlautsprechern geführt wurden.

Ein kleines Praxisproblem, auf das mancher Anwender beim Teufel-Set stoßen könnte: Man braucht in allen vier Raumecken eine Steckdose für das Netzteil der aktiven Atmos-Elektronik. Und damit nichts brummt, sollten die Steckdosen auf dem gleichen Massepotential liegen. Am besten verteilt man den Strom zentral von der Anlage mit den Lautsprecherstrippen zu den Boxen.

Teufel LT 5 licensed by Dolby Atmos
Teufel LT 5 licensed by Dolby Atmos im Testaufbau im LowBeats-Kino (Foto: R. Vogt)

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