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Sumiko Tonabnehmer
6 neue Tonabnehmer gibt es bei Sumiko: 4 x MM und 2 x MC. Drei davon sind überragend (Foto: B. Rietschel)

Alle 6 neuen Sumiko Tonabnehmer im Vergleich

Viele Jahre lang war das Tonabnehmer-Angebot der US-Marke Sumiko (hierzulande im Vertrieb von Audio Reference) voller Verlockungen und fast schon verwirrender Vielfalt, aber auch voller Lücken. Zwischen 99 und 139 Euro etwa werden mit dem Oyster, dem Black Pearl und dem Pearl gleich drei verschiedene Sumiko Tonabnehmer angeboten.

Darüber ging es dann aber erst bei Blue Point No.2 und Blue Point Special Evo III Hi für 530 beziehungsweise 650 Euro weiter, die zudem High-Output-MCs und keine klassisches MM-Systeme sind.

Nun wird die Lücke fast schon überreich gefüllt, mit gleich vier neuen Magnetsystemen: Das Rainier für 180 Euro schließt preislich direkt an die bestehenden Sumiko Tonabnehmer an, dann folgen das Olympia für 240 Euro, das Moonstone für 360 und schließlich das Amethyst für selbstbewusste 715 Euro.

Und weil wir gerade dabei sind, haben wir gleich noch zwei edle MCs ins Körbchen gelegt: Die Modelle Songbird und Starling für 1.070 respektive 2.260 Euro werben mit puristisch nackter Konstruktion und mechanisch soliderem Aufbau um anspruchsvolle Plattenhörer, die den BluePoint-Modellen entwachsen sind.

Wie üblich haben wir alle sechs Sumiko Tonabnehmer aufwändig im LowBeats Messlabor unter die Lupe genommen und die Katalogdaten etwas korrigiert. Allerdings liegen die Herstellerdaten recht nah an der Wahrheit…

Peter Schüller am Messplatz
Peter Schüller in seinem Element: Hier beim Messen der Tonabnehmer im LowBeats Labor (Foto: P. Schüller)

Ebenfalls wie üblich haben wir jeden der sechs Sumiko Tonabnehmer an einem Rega P9 (mit Tonarm RB1000) aufgenommen und in unserem Klang Orakel hinterlegt. Der LowBeats Leser kann also die Abtaster untereinander, aber auch gegen jeden anderen (getesteten) Mitbewerber vergleichen.

LowBeats Klang-Archiv
LowBeats Klang-Orakel: Hörvergleich per Mausklick (Grafik: R. Biedermann)

Der Test wurde äußerst umfangreich. Immerhin sind es sechs neue Abtaster, die wir hier vorstellen und mit anderen vergleichen. Deshalb haben wir jedem der Sumiko Tonabnehmer eine eigene Seite gewidmet:

Sumiko Oyster Rainier (180 Euro)
Sumiko Oyster Olympia (240 Euro)
Sumiko Oyster Moonstone (360 Euro)
Sumiko Oyster Amethyst (715 Euro)
Sumiko Songbird (1.070 Euro)
Sumiko Starling (2.260 Euro)

Für ihre Sumiko Tonabnehmer werden die Amerikaner nicht selbst als Hersteller aktiv, sondern lassen sie bei japanischen Spezialisten fertigen – das tun viele andere Analogmarken auch. Für die klangliche und technische Abstimmung beschäftigen sie mit Bill Rudolph aber dennoch einen eigenen Entwickler.

Das spürt man in Form einer hohen klanglichen Kontinuität und Stringenz, die sich durch die gesamte Systemfamilie zieht. Es gibt also durchaus einen eigenen Sumiko-Stil, der sich ungeachtet verschiedener Preisklassen, Arbeitsprinzipien (MM, MC, High Output MC) und sogar verschiedener OEM-Produzenten stets wiederfindet.

Potpourri mit Tonarm, Werkzeug und Sumiko Tonabnehmern (Foto: B. Rietschel)

Wie Oyster, Pearl und Black Pearl tragen auch die neuen MMs Namen aus dem Reich der Schalentiere: Bei Rainier, Olympia, Moonstone und Amethyst handelt es sich um delikate Austernsorten von der US-amerikanischen Ost- und Westküste.

Technisch gibt es ebenso Gemeinsamkeiten mit den preiswerteren Modellen der Oyster Familie: Alle sind als klassische MM-Systeme ausgelegt, bis auf das teuerste Modell tragen sie gefasste („bonded“) Diamanten mit elliptischem Schliff an Alu-Nadelträgern.

Auch die für aktuelle MM-Verhältnisse relativ niedrige Ausgangsspannung ihrer preiswerteren Kollegen teilen die New Oysters. Die ist per se erstmal kein Vor- aber heutzutage auch kein Nachteil, weil mit aktueller Technik selbst billige MM-Phonoteile bereits mustergültig rauscharm verstärken.

Die etwas leisere Gangart bringt aber in der Praxis, in realen HiFi-Anlagen mit ihren technischen Gegebenheiten und Kompromissen, gleich mehrere Vorteile: Zum einen verhalten sich solche Systeme klanglich neutraler als laute Millivolt-Wucherer, wenn die Abschlusskapazität des Phonoeingangs mal etwas zu hoch ausfällt – was bei locker 90% aller erschwinglichen Amps leider der Fall ist.

In solchen Fällen zeigen alle MMs resonanzbedingt eine Betonung im Brillanz- oder gar Präsenzbereich und enthalten sich höherer Frequenzen jenseits dieses Buckels praktisch vollständig. Der Effekt fällt aber umso schwerwiegender aus, je höher die beteiligten Kapazitäten und Induktivitäten sind. Erstere sind durch Phonoeingang und -kabel festgelegt, letztere hängen vom System ab: Ein 8-Millivolt-System mit entsprechend großen Spulen (und damit höherer Induktivität) reagiert stärker auf eine kapazitive Fehlanpassung als ein induktionsärmerer, leiserer Abtaster.

Die im LowBeats Messlabor ermittelten 4,6mV im Sumiko Rainier mögen neben den 6mV beispielsweise eines Ortofon 2M Red nicht wie ein dramatischer Unterschied wirken, können an realen, nicht-perfekten Verstärkern aber durchaus zu einem neutraleren Klang des Rainier beitragen.

Auch Besitzer von USB-Plattenspielern, die diese mit einem besseren System upgraden wollen, sind mit einem Sumiko Tonabnehmer gut beraten, weil die in den Spielern integrierten A/D-Wandler meist keine einstellbare Eingangsempfindlichkeit haben. Ist der Upgrade-Pickup deutlich lauter als das Original, stört das zwar beim normalen Hören nicht, übersteuert aber den ADC und macht damit die USB-Aufnahmefunktion unbrauchbar.

Allzu häufig dürften die hier getesteten Sumiko Tonabnehmer freilich nicht in USB-Spielern landen, denn dafür sind sie eigentlich schon zu teuer. Am ehesten käme für diese Anwendung rein preislich das Rainier in Frage, ist mit 4,6mV aber ausgerechnet etwas lauter als seine Geschwister. Im Zweifelsfall greift man für solche Sonderfälle also doch lieber zum Pearl oder Black Pearl und überlässt das Rainier den reinen HiFi-Nutzern.

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