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Denon AVR-X4200W
Der Denon AVR-X4200W ist der Mittelklasse-AV-Receiver schlechthin. Dolby Atmos und DTS:X inklusive, Auro-3D optional. 1.499 Euro, Auro-3D-Upgrade 149 Euro (Foto: R. Vogt)

Denon AVR-X4200W: Top 3D-Klang für 1.500 €

Was muss man für einen AV-Receiver mit wirklich guter Qualität und Ausstattung heute ausgeben? Denons Antwort lautet klar: 1.499 Euro. Dafür erhält man den Denon AVR-X4200W und trifft recht sicher ins Schwarze. Gerade ist auch noch das schon länger angekündigte Upgrade für Auro-3D verfügbar geworden, das man für 149 Euro online direkt beim Hersteller erwerben kann.

Denon AVR-X4200W Klappe
Denon AVR-X4200W: Die Klappe versteckt Tasten und Anschlüsse dezent (Foto: R. Vogt)

Gegenüber dem direkten Vorgängermodell scheinen auf den ersten Blick nur wenige Veränderungen vorgenommen worden zu sein, doch die sind teils recht entscheidend für die Performance und vor allem für den künftigen Betrieb.

So wurde die HDMI-Signalverarbeitung auf den neuesten Stand gebracht und beherrscht vor allem auch die aktuelle Verschlüsselung HDCP2.2 (die praktisch alle Ultra-HD-/4K-Quellen verlangen) und auch das Durchleiten aller Auflösungen mit voller Bandbreite (4:4:4) bei bis zu 60 Bildern pro Sekunde, was für das Abspielen von Ultra-HD Blu-ray Discs relevant wird.

Auch ist neben Dolby Atmos und Dolby Surround nun DTS:X samt DTS Neural:X mit an Bord, das voraussichtlich künftig auf Blu-ray Discs und Ultra-HD Blu-ray Discs große Verbreitung finden wird.

Vergleichsweise exotisch werden Aufnahmen mit Auro-3D bleiben, welches Denon gegen 149 Euro optional für das Gerät lizenziert. Besonders attraktiv ist der dazu gehörende Upmixer Auro-Matic, der bei Musikwiedergabe unstrittig besser klingt und zu gewöhnlichen CDs kompatibler ist als seine zwei Geschwister aus dem Massenregal.

Denon AVR-X4200W mögliche Konfigurationen
Der Denon AVR-X4200W bietet wirklich viele mögliche Konfigurationen (Foto: R. Vogt)

Weitere Verbesserungen erscheinen erst auf den zweiten Blick oder eben beim genaueren Hinhören. So arbeiten die neuen Digital-/Analog-Wandler mit 32 Bit Genauigkeit und der integrierte Signalprozessor kann mit seinen vier Prozessorkernen in Summe elf Audiokanäle handhaben.

Es sind weiterhin nur sieben Endstufen integriert, aber der Denon AVR-X4200W stellt sämtliche Kanäle an Vorverstärkerausgängen parat, sodass man sie mittels zusätzlichen Verstärkern oder Aktivlautsprechern verwenden kann.

Das Konfigurationsmenü zeigt dies auch anschaulich und kennzeichnet die extern zu verstärkenden Lautsprecher mit „PRE“ (Pre-Amplifier = engl.: Vorverstärker). Daraus ergibt sich für den, der will, eine riesige Flexibilität, die sonst eher Highend-Receiver zu einem beschaulichen Preis bieten.

Denon AVR-X4200W Varianten für Stereowiedergabe
Denon AVR-X4200W: Varianten für Stereo-Wiedergabe (Foto: R. Vogt)
Denon AVR-X4200W Denon Link HD
Denon AVR-X4200W Denon Link HD (Foto: R. Vogt)

Dieses flexible Routing nutzen die Japaner pfiffig auch für ein paar audiophile Tricks. So kann man für die Stereo-Wiedergabe ein ganz anderes Lautsprecher-Paar als Hauptlautsprecher ansteuern, den Subwoofer frei und unabhängig vom Surround-Setup verwenden oder nicht, oder ein Bi-Amping realisieren.

Das ist perfekt für den, der für reine, klassische Musikwiedergabe noch etwas mehr Qualität herauskitzeln möchte. Auch wer in Sachen HDMI-Wiedergabe klanglich eins draufsetzen möchte, erhält hier die Gelegenheit.

HDMI ist audiophil unterprivilegiert, weil das Audiosignal huckepack und in aller Regel nicht mit einem ganzzahligen Takt auf dem Videosignal mitreist. Dadurch ergibt sich ein starker Jitter, der das Klangbild verschlechtert: es verliert an Musikalität, Feindynamik und räumlicher Abbildung.

Denon hilft hier mit einer externen Taktsynchronisation zwischen Receiver und den Denon eigenen Blu-ray-Playern nach. „Denon Link HD“ heißt der entsprechende Anschluss, der per Cinch parallel zum HDMI-Kabel verwendet wird.

Player und Receiver erkennen diese Taktleitung dann automatisch. Und das klangliche Ergebnis ist stets verblüffend. Steckt man die Denon Link HD Strippe versuchshalber ein und aus, ist das, als ob man die Lebendigkeit und Musikalität der Tonwiedergabe ein- und ausschaltet.

Auch wenn andere Player wie der Oppo mit tolleren Features locken, in diesem Zusammenspiel ist ein Player von Denon für Musikliebhaber klar die beste Wahl.

Denon AVR-X4200W Fernbedienung
Denon AVR-X4200W Fernbedienung (Foto: R. Vogt)

In Sachen Handhabung geben sich die Denon-Receiver in den vergangenen Jahren sehr vorbildlich – im Rahmen dessen, wie man dem Anwender eine solch komplexe Maschine eben nahe bringen kann.

Dazu gehören, in der Packung liegend, das pfiffige Pappstativ für das Audyssey-Messmikrofon und die Bögen mit Aufklebern zur Kennzeichnung der zu verlegenden Kabel genauso wie die gut aufgeräumte Systemfernbedienung.

Durch die Erstinbetriebnahme führt ein erstaunlich ausführlicher und flexibler Assistent auf dem Bildschirmmenü, mit klaren deutschen Texten, Grafiken und sogar Animationen.

Der Assistent lässt sich in Kapiteln jederzeit wieder aufrufen und führt den Nutzer beispielsweise durch das Anschließen und Einrichten eines neu einzubindenden Geräts. Toll gemacht. Auch die komplett neu gestaltete App für iOS und Android, Smartphones und Tablets ist sehr gelungen – siehe Galerie am Ende des Tests auf Seite 2.

Weiter gibt es ein sehr vollständiges und extrem universell einsetzbares Webmenü, das Betriebssystem-unabhängig auf jedem Browser im lokalen Netzwerk aufrufbar ist.

Hervorzuheben hierbei ist die – leider viel zu selten anzutreffende – Funktion, sämtliche Einstellungen und Konfigurationen als Sicherungsdatei auf dem Computer speichern und gegebenenfalls wieder einspielen zu können.

Spätestens per App oder Webmenü löst sich auch die Handhabung einer zweiten oder dritten Zone ganz leicht.

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