Classic Studio Monitor JBL 4430 and 4435
Wie kein anderer Hersteller steht wie JBL für die Verknüpfung von HiFi und Studio – hier die Studio Monitore 4430 und 4435. LowBeats warf einen Blick auf 75 Jahre Firmen- und Lautsprechergeschichte (Foto: JBL)

75 Jahre JBL: 75 Jahre Loud + Clear!

75 Jahre JBL: Im Oktober 1946 legte ein gewisser James B. Lansing den Grundstein zu einer Lautsprechermarke, die ganz ohne Glamour nur sein Namenskürzel trug. Heute ist JBL die größte und bekannteste Lautsprechermarke der Welt. LowBeats warf einen intensiven, keineswegs kurzen Blick zurück…

Als James (aka Jim) Bullough Lansing am 14. Januar 1902 in Green Ridge, Illinois, zur Welt kam war er nicht nur das neunte Kind Familie, er trug auch deren Namen: Martini. Mit Wermut (siehe Martini) hatte das nichts zu tun, eher mit Wehmut – hier im Sinne von Traurigkeit. Es gab dort so gut wie nichts und das, was es gab, das verschwand schnell wieder. Auch das ist Amerika: Der Junge wurde in einem Kaff geboren, das damals kaum mehr als 30 Jahre existierte, und das mutmaßlich nur deshalb das „Green“ im Namen trug, weil die Baracken in denen die Dorfbewohner wohnten, grün angestrichen waren. Die Menschen in „Green Ridge“ lebten von und um eine Kohlegrube, für die sich auch James‘ Vater krumm machte.

Große Familie, karger Lohn, viel Hunger. Das erklärt vielleicht auch ein wenig, weshalb der neunte Sprössling (von insgesamt vierzehn Geschwistern) für einige Zeit in Litchfield, Illinois bei einer Pflegefamilie Namens „Bullough“ (sinngemäß: Bulle/Ochse) unterkam. In ihrer Obhut muss sich der pubertierende Junge so wohl gefühlt haben, dass er Jahre später deren Namen annahm. Dass er sich dann darüber hinaus auch noch den Nachnamen „Lansing“ gab, ist eher einer Modeerscheinung des frühen 20. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten zuzuschreiben. Sein Name sollte einfach „Amerikanischer“ klingen und nicht nach seinen Vorfahren, italienischen Einwanderern. Geschadet hat es ihm nicht. Zwei seiner Brüder (Bill und George) machten es sich leichter und strichen einfach das -i aus dem Nachnamen und hießen fortan Martin.

James B. Lansing
Es ist das wohl bekannteste Bild von James B. Lansing, der die heute größte und bekannteste Lautsprechermarke gründete. Ihm selbst brachte die Firma indes keinen Segen (Foto: JBL)

Ohne Zweifel wuchs Jim in einer Zeit des technischen Aufbruchs auf. Das Telefon, das Radio, das Automobil wurden in den Vereinigten Staaten der 1910er und 1920er Jahre zu Massenprodukten. Auch James‘ Heimatstaat, Illinois, rückte in den Mittelpunkt, denn dort entstand ab 1913 der Lincoln Highway, der die Ost- mit der Westküste verband und der durch 13 Bundesstaaten führte.

So ist es kein Wunder, dass der Junge vom „Technologievirus“ infiziert wurde. Im Alter von 12 Jahren, so heißt es, baute er etwa einen Kristallradioempfänger und -sender, der stark genug war, um den Funkverkehr der Marine zu stören. Fanden die nicht so toll, denn er wurde geortet, der Sender stillgelegt. Seiner Begeisterung für Technik konnte das allerdings keinen Abbruch leisten. James machte seinen High-School-Abschluss, fand eine Anstellung im Leland-Lincoln-Autohaus in Springfield. Dort war man sehr zufrieden mit ihm, erkannte seine Begabung und übernahm die Kosten für den Besuch einer Autoschlosser-Fachschule in Detroit. Es sei eine Zeit gewesen, in der Ersatzteile für Autos schwer zu bekommen waren, so eignete sich Jim Fähigkeiten an, Teile selbst herzustellen, berichtet John Eargle darüber hinaus in dem Buch „The JBL History: 60 Years of Audio Innovation“. Als James Mutter unerwartet am 1. November 1924 stirbt, reift in ihm der Entschluss in Richtung Westen zu gehen.

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Jim Lansings wuchs in einer Zeit des technischen Aufbruchs auf. So kreuzte etwa der erste Highway der USA – der Lincoln-Highway – seinen Heimatstaat Illinois. Das Bild zeigt den Lincoln-Highway in den 1920er Jahre (Foto: Wikipedia)

Gesagt getan, landete er schon bald darauf in Salt Lake City. Er war jung, er sprühte mit Sicherheit vor Ideen und fand einen Job bei der „Felt Auto Parts Company“ – ein passender Neubeginn, um seine Kenntnisse im Automobil- und Maschinenbau unter Beweis zu stellen und auszubauen. Man muss es nicht zwischen den Zeilen lesen: Jim war kein studierter Ingenieur der Elektrotechnik, wie Paul Wilbur Klipsch und – hier gehört ein „leider“ rein – auch kein findiger Kaufmann, wie Frederick Whitney Horn, aber ein faszinierender, talentierter Tüftler und Autodidakt, wie wir noch feststellen werden.

75 Jahre JBL: die ersten Gehversuche

Der Autor Donald Ritchie, der mit damals noch lebenden Zeitzeugen sprach, schreibt in seiner 2006 veröffentlichten Chronik „The History and Legacy of JBL”, dass Jim zu dieser Zeit seine Freizeit an der Werkbank verbrachte und mit Lautsprechern experimentierte.So habe er Papiermembranen angefertigt, die er an von Nathaniel Baldwin hergestellte elektromagnetische Lautsprecher-Antriebe anschloss. Absolut nachvollziehbar, denn schließlich gilt Baldwin als der US-amerikanische Erfinder des Kopfhörers und der war seinerzeit gut im Geschäft. Die von James – noch nicht Lansing – verwendeten Konuslautsprecher waren damals eine Neuentwicklung und boten die Möglichkeit, einen wesentlich besseren Klang zu erzielen als die bekannten Trichterlautsprecher, die üblicherweise bei Radios und Grammophonen verwendet wurden. Technischer Hintergrund: Elektrodynamische Konuslautsprecher verfügen über eine fremd erregte Magnetfeldspule, die sich in einem Eisenkern befindet und das benötigte konstante Magnetfeld elektrisch erzeugt. Damals essenziell, denn kräftige Permanentmagneten waren zu diesem Zeitpunkt nicht verfügbar.

1925 lernte James nicht nur seine spätere Frau, Glenna Peterson, kennen sondern auch Kenneth Decker. James hatte mittlerweile beschlossen, in die Fertigung von Lautsprecherchassis einzusteigen und suchte einen Partner. Decker, dessen Familie einen florierenden Schmuckhandel betrieb, war wohl von der Idee ebenfalls angetan, denn die Zwei taten sich zusammen. 1927 schließlich zogen sie nach Los Angeles, dem damaligen Zentrum der Produktion von Rundfunkempfängern. Im Heimbetrieb stellten sie aus gefalzten Papiermembranen und selbst gewickelten Schwingspulen Lautsprecher her. Im selben Jahr änderte der geborene Martini seinen Namen in James Bullough Lansing und gründete die Lansing Manufacturing Company (LMC).

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„The Jazz Singer“ gilt als der erste kommerzielle Tonfilm. Er kam 1927 in die Kinos und das Publikum war begeistert, der Siegeszug des Tonfilms unaufhaltsam. Und doch gab es Probleme, denn die Tonqualität war nicht wirklich überzeugend. Das lag nicht nur an noch fehlender, leistungsfähiger Technik, sondern auch daran, dass die Kinosäle damals zum Teil riesig waren: Sie fassten auch mal 5000 Zuschauer (Foto: Wikipedia)

Ein weiteres Ereignis, das 1927 weltweite Aufmerksamkeit auf sich zog, sollte die die spätere Zukunft von Lansings Unternehmen bestimmen: im Oktober kam der erste Tonfilm – „The Jazz Singer“ –   in die Kinos und das Publikum war begeistert. Obwohl die Tonwiedergabe alles andere als perfekt war. Tatsächlich hatte die Filmindustrie selbst keine eigenen Produktionskapazitäten für Lautsprecher, so dass Western Electric (WE), ein Unternehmen der Telekommunikationsbranche (AT&T), diesen Part übernahm. So gab es zwar Ton zum Bewegtbild, von „Klang“ konnte jedoch nicht die Rede sein. Die frühen WE-Kinolautsprecher bestanden aus einem großen, gebogenen Exponentialhorn, dessen Frequenzgang auf den Bereich von etwa 100 Hz bis 5000 Hz begrenzt war. Auch eine Erweiterung um Hoch- und Tieftöner konnte die Filmschaffenden in Hollywood nicht überzeugen.

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Das WE 15A von Western Electric. Baujahr wahrscheinlich 1927

Es wurde 1933 besser. Douglas Shearer, der Leiter der MGM-Tonabteilung (MGM: Metro-Goldwyn-Mayer, Filmproduktion), beschloss, die Entwicklung neuer Lautsprecher selbst in die Hand zu nehmen und sich dazu externe Unterstützung zu suchen. Lansing und Decker produzierten damals schon recht erfolgreich Chassis für Kathedralen-Radios, die den Lautsprecher in das Gehäuse integrierten. Sie hatten mittlerweile ansehnliche Stückzahlen erreicht, belieferten verschiedenste Hersteller von Radioempfängern und beschäftigten 40 Mitarbeiter. Eine Größe, die offenbar ausreichte, um auf sich aufmerksam zu machen. Apropos Größe: Wer bei dem Begriff „Kino“ an heute übliche Säle mit etwas über 300 Sitzplätzen denkt, liegt um mehr als das Zehnfache daneben. Ein Lichtspieltheater in den USA fasste damals durchaus auch mal 5000 Zuschauer – in einem Saal wohlgemerkt. Und es war damals durchaus üblich, zwei Mal in der Woche ins Kino zu gehen! Schöne, alte Prä-Fernsehzeit.

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Eines jener Kathedralen-Radios, für die Lansing & Decke damals Lautsprecher herstellte: hier ein Modell der Marke „Philco“ von circa 1930. Es wirkt wie ein Treppenwitz der Geschichte, dass JBL fast 100 Jahre später wieder mit Einbox-Geräten einen riesigen Erfolg hat… (Foto: HiFi Wiki)

Lansing bekam schließlich den Auftrag, gemeinsam mit MGM Kinolautsprecher zu entwickeln. Innerhalb von zwei Jahren wurde das sogenannte Shearer-Lansing-System umgesetzt. Dabei handelte es sich um ein großes Zwei-Wege-System, das aus einem mehrzelligen Hochtonhorn und einem W-förmigen Tieftonhorngehäuse bestand. Nach einem erfolgreichen Testlauf in zwölf MGM-eigenen Loews-Kinos, wurden 150 Exemplare geordert und installiert. Auch ein kleineres Modell kam auf den Markt, das 500-A. Es diente zur Beschallung in Vorführräumen und Synchronisationsstudios – frühe Studiolautsprecher also. Ein Segment, in dem auch das später in „JBL“ umbenannte Unternehmen, eine langjährige Führungsposition einnehmen wird.
1937 erscheint das von Lansing entwickelte Iconic-System. Dabei handelt es sich um ein kleines Zwei-Wege-System mit einem belüfteten 15-Zoll-Tieftontreiber und einem kleinformatigen Hochton-Kompressionstreiber, der ein kleines mehrzelliges Horn speist. Frequenzgang: 30 bis 15.000 Hz! Kein Wunder, dass das Iconic-System zum beliebtesten Monitorlautsprecher seiner Zeit wurde und als Fundament nachfolgender Studiolautsprecher diente.

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Sieht ja heute noch lecker aus: Das Iconic System brachte es schon auf einen echt highfidelen Frequenzgang: 30 – 15.000 Hz (Foto: JBL)

Den großen Erfolg der Shearer-MGM-Verbindung nutzte LMC auch in anderen Produktbereichen. Das Unternehmen lieferte weiterhin Systeme für die Filmindustrie sowie für eine Vielzahl von frühen, professionellen Beschallungsanwendungen. Jedoch hing der Erfolg der Firma von der Synergie seiner Hauptakteure – Ken Decker und James Jansing – ab. Als Decker 1939 bei einem Manöver des US Army Air Corps ums Leben kommt, stirbt damit nicht nur Lansings Partner, sondern auch der Finanzchef des Unternehmens. Bereits zu Beginn des Jahres 1941 sind die Folgen deutlich spürbar. Nur noch neunzehn Mitarbeiter arbeiten zu diesem Zeitpunkt aktiv für die Lansing Manufacturing Company.

Letztendlich waren Kinos als Hauptsegment für den Absatz wohl zu wenig, die Herstellung von Lautsprechern für Radios sind nicht ernsthaft weiterverfolgt worden. Neue Märkte hätte Decker erschließen können, sollen … Ähnlich erging es der Altec Service Corporation (Altec ist ein Akronym aus den Worten „All Technical“), einem Unternehmen, das sich auf die Wartung von Western-Electric-Sound-Equipment spezialisiert hatte und dem die Ersatzteile ausgingen, da WE sich aus diesem Segment zurückgezogen hatte. John Kenneth Hilliard, ein leitender Toningenieur bei MGM und maßgeblich an der Entwicklung des Shearer-Lansing-System beteiligt, schlug schließlich vor, dass sich die Firmenchefs kennenlernen sollten. Das Ziel: gemeinsam effizienter und wettbewerbsfähiger zu sein. Im Ergebnis kaufte die Altec Service Corporation die Lansing Manufacturing Corporation am 4. Dezember 1941 für 50.000 US-Dollar (entspricht 2021 rund einer Million US-Dollar). Jim Lansing unterzeichnete einen Fünf-Jahres-Vertrag mit dem neuen Unternehmen und wurde zum Vizepräsidenten für Technik ernannt. Es entstand die „Altec Lansing Corporation.“

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Das Shearer-Lansing-System brachte erstmals guten Klang bis in die hinterste Reihe in die Kinos. Es kam 1935 auf den Markt und wurde in den MGM-eigenen „Loews“-Lichtspielhäusern installiert. Das Zwei-Wege-System, bestand aus einem mehrzelligen Hochtonhorn und einem W-förmigen Tieftonhorngehäuse (Foto: JBL)

Drei Tage nach Gründung der ALC wurde Pearl Harbor angegriffen, mit Folgen für das ganze Land, auch für Altec Lansing. Kriegswichtige Produkte hatten Vorrang. Der amerikanische Präsident Roosevelt verlangte die ununterbrochene Produktion von Rüstungsgütern. Die US-Bürger waren später zeitweilig sogar aufgerufen, all ihr Kupfer, Aluminium und andere Materialien als Kriegsspende abzugeben. Altec Lansing belieferte die Regierung mit Transformatoren und anderen elektrischen Geräten. Die Forschung an neuen Lautsprecherchassis indes lief ununterbrochen weiter, denn die Geschäfte liefen trotz allem gut.

Die Zusammenarbeit mit dem Militär sollte zudem unerwartete Früchte tragen: 1943 wurde Altec Lansing beauftragt an einem Radarprojekt für Militärflugzeuge mitzuarbeiten. Dadurch gelangte James Lansing an ein neuartiges, magnetisches Material – AlNiCo.

AlNiCo war für den Treiberbau ein Quantensprung es sollte den Boxenbau revolutionieren und über Jahrzehnte dominieren. Unter Verwendung von AlNiCo V entwickelte Jim Lansing eine neue Version eines großformatigen Kompressionstreibers mit Permanentmagneten. Er perfektionierte auch die hydraulische Formung von Aluminiummembranen und die Schwingspulen wurden mit einem neuen Verfahren aus Aluminiumdraht gewickelt. Es entstand der Altec Lansing 288, der in all seinen Evolutionsstufen jahrzehntelang im Programm bleiben sollte.

Obwohl finanziell erfolgreich, blieb Jim Lansing nur fünf Jahre bei der Altec Lansing Corporation. „Ich bin für sie nur ein Name“, soll er gesagt haben und verließ nach Ablauf seines Vertrages das Unternehmen – angeblich um Avocados und Zitronen zu züchten. Wer allerdings glaubte, dass sich Lansing damit zufriedengegeben hätte, hatte selbst mit Zitronen gehandelt. Schon am 1. Oktober 1946 wurde die Lansing Sound Incorporated ins Handelsregister eingetragen. Diese Namensgebung stieß Altec Lansing sauer auf, kurz darauf benannte Lansing die Firma in James B. Lansing Sound Incorporated um, kurz JBL.

1946: die Gründung von JBL

Zwischen 1946 und 1947 legte sich Lansing unglaublich ins Zeug und entwickelte etliche neue Lautsprecher – auch für den Markt der Musikliebhaber zu Hause, der stetig an Bedeutung zunahm. Das D-1000-System etwa, war genau auf diese Zielgruppe ausgerichtet und die Zwei-Wege-Box der erste Heimlautsprecher von JBL.

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Jim Lansings erster Lautsprecher für den Musikliebhaber daheim erscheint bereits 1948, der D-1000, ein Zwei-Wege-Bassreflex-System. Beworben wird er mit folgenden Worten: „Der D-1000 Signature Lautsprecher ist ein komplettes Zwei-Wege-Lautsprechersystem, das in einem praktischen Gehäuse untergebracht ist (Foto: JBL)

Die Nachfrage wuchs, JBL musste wachsen, die Produktion platzte aus allen Nähten. Da kam erstmals William Thomas von Marquardt Aviation ins Spiel. Er vereinbarte mit Lansing eine Beteiligung von zehn Prozent des Nettoumsatzes, dafür stellte dieser ihm Produktionsräume und Mitarbeiter zur Verfügung. Marquardt fertigte Triebwerke für die United States Army Air Forces, hatte also Platz ohne Ende. Und Geld. Geld, das Lansing für seine Produktion gut gebrauchen konnte.

Doch auch das half leider nicht viel. Denn während Marquardt Aviation wuchs, verschuldete sich Lansing immer mehr. In letzter Verzweiflung versuchte er das Unternehmen an Roy Marquardt zu verkaufen, doch der gab nicht viel auf die Lautsprecherherstellung. Schließlich wurde Marquardt Aviation übernommen, der Käufer war aber ebenfalls nicht an der James B. Lansing Sound interessiert. Zum Schluss hielt Lansing wegen seiner Verschuldung selbst nur 30 Prozent am Unternehmen, Roy Marquardt entschied, dass William Thomas die Company leiten sollte. Obwohl der helle Entwicklergeist immer wieder alles gegeben hatte, fehlte ihm wohl die Kraft für einen Neuanfang. Am 29. September 1949 nahm sich James Bullough Lansing das Leben. Er wurde nur 47 Jahre alt.

Lust auf Lautsprecher

Nach dem Tod von Lansing übernahm William Thomas die Geschäftsführung. Er erwarb die letzten Unternehmensanteile von Glenna Lansing und war nun alleiniger Eigentümer von JBL. Eine große Herausforderung: Lansing war kein Unbekannter, sein Ableben hätte auch schnell das Ende der kalifornischen Lausprecherschmiede bedeuten können, die Firma trug seinen Namen. Doch William Thomas brachte einige Voraussetzungen mit, die die Zukunft von JBL in einem guten Licht erscheinen ließen. Ganz oben steht, dass er mehr, als nur ein finanzielles Interesse an JBL hatte. Wäre es ihm lediglich um Geld gegangen, hätte er bei Marquardt Aviation bleiben können. Der studierte Physiker hatte aber Lust auf Lautsprecher.

Das kam nicht von ungefähr, denn William beschäftigte sich beruflich seit langem mit der Schalldämmung von Flugzeugmotoren und hatte Spaß an der Erforschung der Akustik. Ohne Zweifel hilfreich war aber besonders seine kaufmännische Erfahrung, an der der arme Lansing immer wieder scheiterte. So entwarf William Thomas zügig einen Dreijahresplan, um die Betriebskosten zu senken und gleichzeitig den Umsatz zu steigern. Durch aggressives Marketing und die Straffung der Produktion erreichte er dies bis zum Zieljahr und auch der Jahresumsatz von zuvor 60.000 Dollar kletterte auf 200.000 Dollar im Jahr 1952. Die Gewinne waren mager, aber William Thomas hatte längst neue Ideen.

Er erkannte den wachsenden Bedarf an HiFi-Lautsprechern und konzentrierte das Angebot auf dieses Segment. Sein Ziel: JBL als die herausragende HiFi-Marke zu etablieren. Dazu musste die Braut aufgehübscht werden, das heißt, dass die Produkte nicht wie Haushaltsgeräte oder Do-it-yourself-Produkte aussehen sollten, sondern stylisch. Dazu engagierte William Thomas bereits 1950 den Industriedesigner Alvin Lustig. Lustig wusste, dass die Ästhetik die Kaufentscheidung ebenso stark beeinflussen konnte, wie die technische Qualität. Kenner denken hierbei sicherlich an die deutsche HiFi-Firma BRAUN, die dieses Konzept ab 1956 ebenfalls erfolgreich umsetzte. Werke von Alvin Lustig sind die C34, C35 Fairfield, C36 Viscount, C37 Rhodes, C38 Baron und die C40 Harkness. Boxen, die bis heute in Sammlerkreisen äußerst begehrt sind.

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Zu Beginn der 1950er Jahre setzt der neue Inhaber von JBL, William Thomas, erstmals auf Design. Er lässt den bekannten Industriedesigner Alvin Lustig einen Produktkatalog für Chassis und Boxen entwerfen. Auch die Gestaltung von Gehäusen gibt er in die Hände von Lustig (Foto: JBL)
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Die Treiber waren technisch überragend, aber natürlich etwas dröge. Lustig peppte den Katalog mit Farben auf (Foto: JBL)
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Nun muss man einen ganz besonderen Geschmack haben, um die The Hartsfield als „Designbox“ zu verorten. Es war der JBL-Gegenentwurf zum Klipschorn von Paul Klipsch. Und anders als das heute noch existente Klipschorn war die JBL eine 2-Wege-Konstruktion – was im Falle eines Eckhorns klanglich nur die zweitbeste Idee ist. Das Klipschorn gibt es heute noch (in der Version VI), The Hartsfield wird nur noch unter Sammlern hoch geschätzt…

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1954 kommt JBLs Hartsfield auf den Markt. Ein Eckhorn, das mehr als eindeutig vom Klipschorn inspiriert ist, aber aufgrund der technisch überlegenen Treiber als eigenständige Konstruktion gilt (Foto: JBL)

Und so wurde die Lücke, die James Lansing als genialer Konstrukteur hinterließ, immer deutlicher. Zwar übernahm auch William Thomas einige Ingenieursaufgaben, aber Lansings Schaffenskraft erreichte er nicht. So holte sich Thomas den Entwickler Bart Nicholas Locanthi ins Team. Locanthi war Absolvent des California Institute of Science und erwarb sich bis in die 1980er-Jahre einen ausgezeichneten Ruf in der Audio-Industrie. So entwarf Locanthi das 1217-1290 Horn für den 175er-Treiber von JBL und das als erstes kommerzielles Beispiel für diese Art von Abstrahlvorrichtung gilt. Eine Entwicklung, die in den kommenden 30 Jahren die Kerntechnologie für die Hornprodukte von JBL bildete.

JBL Logo
1955 hatte es William Thomas schließlich geschafft, den Umsatz von JBL auf eine Million US-Dollar zu steigern. Im selben Jahr wurden auch erstmals die JBL-Initialen als Logo eingeführt.(Foto: JBL)

Einen weiteren großen Schritt ging JBL 1957 als sich die Stereoschallplatte abzeichnete. William Thomas wollte mit einem Lautsprecher-Meilenstein eine Vormachtposition im Audioheimbereich erzielen. So entstand der Paragon D44000 (hier eine kleine Impression aus der Youtube-Welt) und der Plan ging auf. Der 340 kg schwere Paragon – ein ausgewachsenes Dreiwegehorn mit echtem Basshorn und Druckkammertreibern für den Mittel- und Hochtonbereich – blieb 26 Jahre im Programm. Er wurde auf internationalen Ausstellungen wie der Expo 1958 in Brüssel gezeigt und bewundert und gern von den Reichen und Schönen gekauft. Konnten sich damals aber auch nur die leisten. Der Paragon kostete im Einführungsjahr 1830 US-Dollar, das entspricht 2021 etwa 18.000 Dollar. Insgesamt produzierte JBL bis 1983 mutmaßlich etwa 1000 Exemplare. Der Paragon war marketingtechnisch ein Mega-Erfolg, finanziell hat er sich, trotz des hohen Preises, für JBL kaum gelohnt.

JBL Paragon: schöner geht es nicht.
1957 überrascht JBL mit dem Paragon, ein ausgewachsenes und 340 kg (sic!) schweres Dreiwegehorn mit echtem Basshorn und Druckkammertreibern für den Mittel- und Hochtonbereich in nur einem Gehäuse. Der elegante Gehäuseentwurf der JBL Paragon entzückt noch heute…

Mit Beginn der 1960er-Jahre zeichnete es sich darüber hinaus ab, dass große Lautsprecherboxen im Heimbereich weniger gefragt werden wurden. Die ausladenden Musikmöbel wichen bald kleineren und mittelgroßen Systemen, die trotzdem über eine gute Basswiedergabe verfügten. Die traditionellen Lansing-Chassis funktionierten am besten in großen Gehäusen, und ihr hoher Wirkungsgrad war in den Zeiten perfekt, als die Verstärker kaum mehr als 30 Watt leisteten. Die HiFi-Industrie hatte mächtig aufgeholt, Verstärker mit höherer Leistung, die weniger Platz in Anspruch nahmen, stießen die Entwicklung einer neuen Generation von Konuslautsprechern an. Bis 1963 entstanden so unter Bart Locanthis Leitung neue Treiber der sogenannten „Linear Efficiency“-Reihe, kurz „LE“. Sie standen für hohe Linearität, bei hohen Pegeln. Mit den neuen Treibern waren nun kompakte Stand- und Regalboxen möglich geworden.

Parallel zum Engagement im HiFi-Bereich hatte JBL auch stets im Profisegment Gas gegeben. Leo Fender, der legendäre Hersteller von Musikequipment,  etwa baute bei seinen Gitarrenverstärkern mit eingebauten Lautsprechern auf den D130.

Ein genauerer Blick auf den D130: Der D130 von JBL war ein eigenständiger Lautsprecher, den das Unternehmen ab 1948 produzierte. Obwohl es zahlreiche Überarbeitungen und Aktualisierungen gab, ist er auch heute noch Teil des Sortiments und trägt die Modellbezeichnung E130. Ein E130 ist kein Leichtgewicht, er bringt zehn Kilogramm Masse auf die Waage. Ursprünglich war der D130 als reiner Tieftonlautsprecher konzipiert, mit der Erweiterung des Frequenzbereichs wurde er auch als Mittel-Tieftöner sehr beliebt.

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Der D130 war einer der ersten Lautsprecher mit Aluminium-Dustcap – im Gegensatz zu den Staubschutzkappen aus Stoff, seiner Konkurrenten. Ein gegossener Aluminiumrahmen beim D 130 trägt die 15-Zoll-Membran, und eine Gummidichtung umgibt den Rand, um das Eindringen von Staub in die Schwingspule zu verhindern (Foto: JBL)

Die Schwingspule des D130 war eine weitere Innovation: Sie hatte eine Breite von 4 Zoll, und obwohl diese Größe heute üblich ist, war sie zu jener Zeit eine Revolution. Lansing verwendete ein flaches Metallband anstelle eines gewickelten feinen Drahts, um eine Spule mit einem bisher nicht gekannten Verhältnis zwischen Größe und Leistung herzustellen. Das Design nutzte die natürliche Form des Magnetfelds effizienter und ermöglichte die Erzeugung von mehr Leistung mit weniger Material. Diese Konstruktion leitete darüber hinaus Wärme und Energie gleichmäßiger ab, was die Gefahr von Brüchen verringerte und die Lebensdauer des Konus verlängerte.

Obwohl JBL den D130 während seiner gesamten Produktionsgeschichte weitgehend unverändert herstellte, wurde eine alternative Version speziell für den Einsatz in Gitarrenverstärkern produziert. Der Lautsprecher wurde als D130F bezeichnet und speziell auf Wunsch von Leo Fender hergestellt. Der D130F war identisch mit dem D130, hatte aber eine 12-Zoll-Membran statt der üblichen15 Zoll.

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Auch der Gitarren-Spezialist Fender hatte schnell verstanden, dass die Bässe von JBL einfach noch besser waren als die der Mitbewerber (Foto: JBL)

Der Profimarkt blieb eine feste Größe bei JBL, nicht nur für die Bühne, auch beim Abmischen als Monitorlautsprecher im Tonstudio. JBL war daher immer auf einen Dialog mit Musikschaffenden bedacht, so wundert es nicht, dass einer der berühmtesten Lautsprecher von JBL, auf Anregung des damals sehr bekannten Tontechnikers Bob Fine entstand – der 4310-Monitor. Fine forderte für das neue Acht-Spur-Aufnahmeverfahren acht kompakte Lautsprecher, die er im Kontrollraum über dem Fenster zum Aufnahmeraum platzieren wollte. Alle Boxen, die ihm bisher zur Verfügung standen, waren zu groß, er wandte sich an JBL und die 4310 wurde bald darauf zum Quasistandard des Nahfeld-Monitorings – auch wenn sich die Wiedergabe mit einem Lautsprecher pro Spur als nicht sinnvoll herausstellte. Wir werden der 4310 und ihren Derivaten noch einmal begegnen.

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Die JBL 4310 wurde für das Studio entwickelt, genoss aber auch bei ambitionierten HiFi-Fans ein hohes Ansehen (Foto: JBL)

Wer übrigens Freude am Original hat: Kenrick-Sound mit Sitz in Tokio/Japan hat sich besonders auf Lautsprecher der Baureihen 4310 und folgende von JBL spezialisiert. Restaurierte und modifizierte Chassis kommen in historischen, als auch in neu aufgebauten Boxen, zum Einsatz. Sparen ist allerdings ratsam: Die Systeme werden ohne Probleme für bis zu 30.000 Euro und mehr verkauft.

1969 ging die Ära William Thomas zu Ende. Unter seiner Führung hatte sich JBL zu einem weltweit anerkannten Lautsprecherhersteller im heimischen, als auch im professionellen Segment gemausert. Das legendäre Woodstock-Festival setzte im selben Jahr ausschließlich Treiber von Altec-Lansing und JBL ein. Eine späte Verneigung vor dem unglaublichen Werk von James Bullough Lansing und den Unternehmen, die daraus entstanden waren. Es hätte ihm gefallen. Sicherlich auch die Ergebnisse, die JBL erzielte: Als William Thomas 1969 an Sidney Harman übergab hatte dieser den Jahresumsatz auf rund neun Millionen Dollar gesteigert – das wären heute (2021) umgerechnet rund 68 Millionen US-Dollar.

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Nicht nur der Sound bewegte die Welt: Das Woodstock Festival 1969 war professionell mit JBL beschallt und fand auf den Weidefeldern eines Milchbauern bei Bethel im Staat New York statt (Foto: Wikipedia)

Die Harman-Jahre

Der nächste Inhaber von JBL, Sidney Harman (Jahrgang 1918), kam nicht von Irgendwo, ganz im Gegenteil. Er war ein Pionier der HiFi-Branche, mit reichlich Erfahrung bei der Entwicklung von HiFi-Produkten. So brachte er – gemeinsam mit dem Ingenieur Bernhard Kardon – bereits 1954 den ersten Receiver auf den Markt, den Festival D-1000.

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1969 wird JBL von Sidney Harman übernommen. Er wird das Unternehmen – mit zweijähriger Unterbrechung – bis 2007 zu weiteren großen Erfolgen führen. Er lehnt hier übrigens lässig auf einer 250Ti (Foto: JBL)

Der geborene Kanadier hatte aber nicht nur Ahnung von Elektronik, sondern war auch ein cleverer Marketingstratege. Eine seine ersten Amtshandlungen: Die erfreulich erfolgreichen Studiomonitore 4310 als L100 im Audioheimbereich einzuführen. Harman drückte auf die Tube: Bereits zur CES 1970 wurde die JBL L100 Century in Chicago vorgestellt. Die 4310 und L100 waren technisch nahezu gleich, was JBL auch erst gar nicht zu verheimlichen versuchte, man brüstete sich mit dem zahlreichen Einsatz der Boxen im Tonstudio. JBL reichte ein einziger Satz als Botschaft um die Lautsprecher zu vermarkten: „Sie können Musik zu Hause hören, so wie sie die Toningenieure hörten, als sie sie schufen.“ Die Box verkaufte sich wie geschnitten Brot.

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Eine der ersten Entscheidungen Sidney Harmans, wird sich schnell als genial herausstellen: Die im Profibereich sehr erfolgreiche Box 4310 wird ab 1970 als L100 im Heimsegment vermarktet. Die abgebildete Werbekampagne ist eine Anspielung auf Clark Kent aka Superman. Passend zur Popkultur der 1960er und 1970er-Jahre waren auch die Farben der Lautsprecherblenden der L100 zu haben (Foto: JBL)

Die originalen L100 waren nicht nur der meistverkaufte HiFi-Lautsprecher dieser Jahre bei JBL. „Es gibt auch Hinweise, nach denen dieses Produkt sogar das meistverkaufte Lautsprechersystem des Jahrzehnts war“, so Jim Garrett, Senior Director, Product Strategy and Planning, Luxury Audio bei Harman zum 75. Geburtstag von JBL (2021). Wegen des durchschlagenden Erfolgs schob Harman im HiFi-Bereich die preisgünstigeren Modell L200 und L300 nach, im Profisegment wurden die Modelle 4320 und 4333 hingegen größer und teurer.

Doch es gab auch Rückschläge. Ende der 1970er Jahre kam die Versorgung mit Kobalt weltweit nahezu zum Erliegen. Mit einem Mal war es kaum mehr möglich, AlNiCo V herzustellen. Zwar gab es auf dem Markt Ersatz in Form von Ferritmagneten, aber diese konnten nicht ohne weiteres für die bestehenden Lautsprechermodelle von JBL verwendet werden.

Im Endergebnis mussten neue Treiber entwickelt werden, die auch zu neuen Produkten führten. Aber hier zeigte sich einmal das enorme Wissen in der Entwicklungsabteilung: Obwohl heute nur noch die wenigsten Treiber mit den (klanglich überlegenen) AlNiCo-Magneten ausgestattet sind, gelten die Tief-, Mittel- und Hochtöner von JBL auch heute noch vielen anderen Marken als turmhoch überlegen. Vor allem in den Punkten Pegelfestigkeit und Verzerrungsarmut gibt es auch heute kaum Besseres. Das Motto „Loud & Clear“ basiert auf diesem hohen Verständnis um Treibertechnologie.

Und auch das geschah innerhalb von 75 Jahre JBL: 1977 verkaufte Sidney Harman JBL an „Beatrice“, einen Mischkonzern, der auch mit Lebensmitteln handelte. Grund war, dass Harman ein Amt in der Carter-Regierung annahm und sich vom Gesetz her von Unternehmensanteilen trennen musste. 1979 schied Sidney Harman aus der Regierung aus und kaufte JBL und andere Marken zurück. Jack Grigg, lange Zeit Infinity-Vertriebschef und Harman Deutschland CEO, sagte dazu im Interview: „Ursprünglich hatte er ja JBL schon mal an Beatrice Foods verkauft, die null Ahnung von Elektronik hatten. Später hat er JBL dann ganz billig zurückgekauft. Sidney Harman war wirklich ein ganz cleverer Hund.“

In der Sidney-Harman Zeit erscheint 1982 ein neuer Meilenstein: die L 250, mit der er oben im Bild posiert. Mit der L-Serie, deren prachtvollste Ausformung sicher die 250Ti war, begann JBL speziell in HiFi zu denken. Denn eine solche Halbpyramidenform war im Studio natürlich unbrauchbar. Die L250 wurde von Greg Timbers entwickelt, der seit 1972 für JBL arbeitete. Bei seinem Einstieg war er Ed May – der an der Realisierung der 4310 und der „LE“-Reihe mitwirkte – zur Seite gestellt. Einen besseren „Lehrmeister“ konnte er kaum finden. Die L250 und besonders die Weiterentwicklung mit Titankalotte – 250Ti – gelten bei Fans der Marke mit als die besten Lautsprecher, die JBL je gebaut hat.

Bis heute. Für das Design zeichnete Doug Warner von Warner Designs verantwortlich, der auch bereits das Aussehen der L100 mitbestimmte. Er gestaltete das Gehäuse des Bassreflexsystems als Pyramidenstumpf, mit nur zwei senkrechten Seitenwänden. Es waren unzählige Furnierausführungen lieferbar, was aber besonders daran lag, dass die Kunden in den USA verlangen, dass die Boxen zu ihrer Wohnzimmereinrichtung passen. Die erste Ausführung der L250 war mit dem LE5-Mitteltöner und einer Phenolharzkalotte mit Aluminiumbeschichtung bestückt.

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Die JBL L250 war ein Meilenstein der Marke hin zu bezahlbarem Wohnraum-HiFi – aber natürlich mit der JBL-eigenen Dynamik versehen (Foto: JBL)

In Deutschland erschien die nochmals verbesserte Nachfolgerin 250Ti (mit einer Titankalotte im Hochton) erstmals 1985 und wurde bei Musikliebhaben, wie in Fachkreisen, begeistert angenommen. Auch wenn ihr Listenpreis von damals 12.000 DM-Mark einige Sparsamkeit erforderte. Aber mit den Listenpreisen hatte es sich bei JBL Deutschland bald erledigt, wie wir noch erfahren werden.

Prinzipiell waren die 1980er Jahre das für HiFi vielleicht fruchtbarste Jahrzehnt. Neben der 250Ti entstanden auch solche faszinierenden Modelle wie die der XPL-Serie oder die K2 S-9500 – die es heute in leichten Abwandlungen ja immer noch gibt

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Die JBL XPL 160 von 1989. Ihre Besonderheit war die riesige (75 mm große) Mitteltonkalotte aus Titan (Foto: JBL)
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Die JBL K2 S9500 von 1989. Sie lebt in der aktuellen (leider sehr viel teureren) K2 S9900 weiter (Foto: JBL)
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Ebenfalls in der 1980ern (genauer: 1984) beschreitet JBL ein neues Segment, das sich in den nächsten Jahrzehnten als äußerst segensreich herausstellen sollter. Es werden hochwertige Lautsprecher, Kassettenradios und Verstärker ab Werk für Personenkraftwagen zugeliefert. Angefangen mit der Bestückung für das Lincoln Town Car, einem Fahrzeug der Oberklasse in den Vereinigten Staaten. Das System verfügte über 40 Watt Leistung mehr als das konkurrierende Bose-System in General Motors-PKW und bestand aus einem grauen JBL-Autoradio mit Kassette und Zwei- beziehungsweise Drei-Wege-JBL-Lautsprechen. Die kräftigen 6×9-Zoll-Tieftöner in der Hutablage trugen ein Ford-JBL-Emblemen auf dem Metalllautsprechergitter, damit auch jeder erkennen konnte, dass der Fahrer großen Wert auf guten Klang legte.

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Ab 1984 entdeckt JBL den Automotive-Bereich. Start ist bei Ford mit dem Oberklassemodell „Lincoln Town Car“. Eingebaut wurden insgesamt 12 Chassis, angetrieben von einer Endstufe mit einer maximalen Leistung von 140 Watt. Aktuell (2021) werden Toyota, Kia und Smart beliefert (Foto: JBL)

Seit dieser Zeit hat sich JBL zu einer festen Audiogröße im Automotiv-Segment entwickelt. So lieferte JBL unter anderem die Lautsprecherchassis für Ferrari, heute setzen Toyota, Kia und Smart auf JBL-Komponenten – siehe auch die zahlreichen LowBeats Test mit JBL-Sound. Die Kombination aus hochbelastbaren Treibern mit JBL-Knowhow und cleverer Harman-Elektronik sollte den Konzern von da ab deutlich mitbestimmen; Harman Automotiv, das immer seinen Forschungs-Schwerpunkt in Deutschland hatte (und hat) wurde zur Cashcow im Harman-Kosmos.

Ferrari California T Cabriolet mit JBL Pro
Der King unter den Cabriolets für Audiophile: Ferrari California T mit JBL Pro (Foto: Harman)

Aber man bleibt natürlich auch seinen Wurzeln treu. 1987 kommt der Minilautsprecher „JBL Control One“ auf den Markt. Eine Box, die garantiert fast jeder schon mal gehört hat, denn der Zweiwegelautsprecher im robusten und abgedichteten Kunststoffgehäuse erfreut sich ausgesprochener Beliebtheit in der Gastronomie. Die Control One war in ihrer ursprünglichen Version so gut, dass Alan Parson (der ja im Hauptberuf Tonmeister unter anderem in den Abbey Road Studios ist) mal behauptete, er könne auch mit den Control One super Abmischungen machen. Kein Wunder, dass sich der Boxenzwerg allein in der Bundesrepublik deutlich über 1,5 Millionen Mal verkauft haben soll. Wieder einmal schaffte JBL es, den meistverkauften Lautsprecher seiner Klasse im Programm zu haben. Die Control One gibt es übrigens immer noch – unter anderem als BT-Aktivversion. Die Zahl von 1,5 Millionen dürfte also längst überschritten sein…

JBL Control 1 Wireless
Die legendären JBL Control 1 – hier in ihrer derzeit modernsten Wireless-Ausführung (Foto: H. Biermann)

JBL wird in der West-Deutschland ab 1967 von „Inter-HiFi“ in Heilbronn vertrieben – dem späteren „Harman Deutschland“. Europa bekommt im Laufe der Jahre einen ganz neuen Stellenwert, denn die Exporte von den USA in den alten Kontinent sind teuer. Ab den späten 1980er-Jahren beschließen Harman Deutschland und der amerikanische Mutterkonzern eine Produktion in Europa aufzubauen. Die Chassis sollen unter anderem aus dem eigenen Werk in Frankreich – von Audax – kommen, die Gehäuse bei „Harman Consumer Manufacturing A/S“ in Ringkøbing/Dänemark gefertigt werden. In Heilbronn sind zudem Lautsprecherentwickler beschäftigt, die speziell Boxen für den europäischen Markt entwerfen.

Zum Beispiel Berndt Stark. Stark, der später für lange Zeit die Lautsprecher von Quadral- und Burmester prägen sollte, wirkte unter anderem an der Weiterentwicklung der JBL Control One (Version G) mit und zeichnet auch für die Ti5000 verantwortlich, die 1994 auf den europäischen Markt kam. Die Ti5000 war optisch klar von der 250Ti inspiriert. Sie war etwas kleiner, wog etwas weniger, war also somit „Wohnzimmertauglicher“. Zumindest für deutsche Verhältnisse. Das Pyramidenstumpf-Design hatte man beibehalten, das kam auch in Europa gut an. Man durfte annehmen, sie sei eine weitere Evolutionsstufe der L250. Stimmt aber nicht. Die Ti5000 wurde in Deutschland von Berndt Stark komplett neu entwickelt.

JBL 5000Ti
Die JBL Ti5000 und ihre Schwestern. Die Ti5000 wurde eigens für Europa entworfen. Die Gehäuse kamen aus Jütland/Dänemark, die Chassis von Audax (eine Harman-Tochter) in Frankreich. Berühmt wurde sie wegen der aggressiven Preispolitik: Kostete ein Pärchen zum Start noch knapp 11.000 D-Mark gab es dieses später für unter 5000 DM (Foto: JBL)

Diese Ti5000 hatte viele Fans, aber auch viele Gegner, die hier eine Abkehr vom wahren JBL-Weg befürchteten. Richtig dagegen ist, dass Berndt Stark den Geschmack der europäischen Ohren sehr viel besser erreichte als die Kollegen in der JBL-Zentrale. Und weil die Ti-Serie zudem komplett in Dänemark gefertigt wurde – zur Erinnerung: Ende der 90er Jahre war die dänische Boxen-Industrie die wohl leistungsfähigste der Welt – konnten die Preise der Ti5000 drastisch gesenkt werden. Wegen der verführerischen (und vorab geplanten) Durchstreich-Preisgestaltung erreichte die Ti5000 Stückzahlen, von denen ihre Vorgänger nur träumen konnten und die in dieser Größen- und Leistungsklasse auch nie wieder erreicht wurden – wieder so ein JBL-Rekord.

Verantwortlich für die drastischen Preisreduzierungen war der damalige Geschäftsführer von Harman Deutschland, Jack Grigg. Er schaffte es, dass die Edel-Lautsprecher statt zuvor 11.000 D-Mark das Paar nur noch 5000 Mark kosteten. Wir wollten von ihm wissen, wie das möglich war und er antwortete im Interview:

Die Ti5000 kostete damals um die 5400 Mark das Stück, also rund 11 Mille das Paar. Da liefen im Schnitt vier Pärchen im Monat, von der Ti5000. Wir hatten ein Meeting in Dänemark und da fragte mich der Europa-Chef: Grigg, was wäre, wenn wir den Preis senken würden? Was können wir denn verkaufen? Statt acht Stück im Monat können wir mal auf 1000 Stück im Jahr gehen, antwortete ich. Dann hat er die Maschinen angeworfen.

Die Box ist dann mit 50 Prozent Rabatt verkauft worden. Für 2499 Mark und das ging natürlich richtig durch die Decke und wir haben dann tatsächlich 1000 Stück im Jahr verkauft. Dazu fingen wir an, erstmals auch MediaMarkt und Saturn zu beliefern. Die Händler hatten dann natürlich nicht mehr Faktor Zwei, der EK lag bei 1300, 1400 D-Mark. Die hatten dann aber trotzdem noch 35 Prozent Marge. Das war auch das, was ich angepeilt hatte und das fand ich ganz korrekt. Dementsprechend lief das Ding sehr gut. Diese aktive Preispolitik galt ja aber nicht nur für die Ti5000, sondern für alle Boxen und haben so das Volumen massiv erhöht. Die Ti5000 war ein absoluter Hit hinterher.“

Richtig ist aber auch, dass die 5000Ti einen Makel bekam. Im dänischen Werk in Ringkøbing entwickelte man nur wenige Monate später eine Simpel-Frequenzweiche für die ikonische 5000Ti – und die auf Gewinn-Maximierung gepolten JBL-Manager verbannten schließlich die aufwändige Stark-Weiche aus dem Sortiment. Den meisten Käufern fiel die Veränderung nicht auf. Doch wer den Unterschied zwischen den beiden Versionen hörte, wusste sofort, dass die abgespeckte Version keine Chance gegen die Ur-Version von Berndt Stark hatte…

Aber unabhängig vom Erfolg (JBL und die Konzernschwester Infinity machten Ende der 1990er Jahre in Deutschland fast 40% der höherpreisigen Lautsprecher unter sich aus) trifft JBL das Schicksal, das auch andere Hersteller in den 2000er-Jahren ereilt: Die klassische HiFi-Anlage, 43-cm breite Elektronikkomponenten, übereinandergestapelt, mit zwei großen Lautsprecherboxen im Holzgehäuse, wird immer weniger gefragt. Im August 2003 verkündet der damalige Geschäftsführer von Harman Consumer Manufacturing A/S, Torben Hansen, das Aus der einst so erfolgreichen Boxenproduktion in Jütland, in der zu Hochzeiten 500 Leute gearbeitet haben:

Hansen: „Schon vor zwei Jahren ging die Produktion unserer preisgünstigen Lautsprecher an unsere mexikanische Schwesterfabrik. Wir mussten uns auf die teureren holzveredelten Produkte konzentrieren, aber leider ist das Volumen in der Zwischenzeit deutlich zurückgegangen. In nur einem Jahr sind die Verkäufe fast auf null gesunken. Alle stehen unter Druck, und die Verbrauchsindikatoren zeigen schon seit langem nach unten (…). Wir können nicht weitermachen. Auf dem Lautsprechermarkt ist eine starke Verlagerung hin zu anderen Lautsprecher, die jetzt mit Aluminium und Kunststoff überzogen sind. Der größte Teil dieser Art von Produktion wird heute in Fernost hergestellt, wo sich die Qualität stark verbessert hat. Außerdem erhalten die Arbeitnehmer nur etwa vier Prozent eines dänischen Lohns.“

Es war ein bisschen, als sei mit diesem Schritt bei JBL der Stecker für HiFi mit viel Holz gezogen worden. JBL setzt in dieser Zeit verstärkt auf das Profisegment im Kino oder als PA-Beschallung bei Live-Konzerten.

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JBL-VerTec-at-KISS-Concert-Tour_Australia-2001
JBL arbeitet wie fast alle Beschaller mit Boxen-Arrays, die die Publikums-Areale „ausleuchten“. Wir sehen hier etliche VerTec-Arrays bei der KISS-Tour 2001…
JBL_VerTEc_Springsteen_Konzert_2002
… bei der Springstten-Tour 2002 …
George-W-Bush-Inauguration-at-US-Capitol_JBL-VerTec-in-2001
…und sogar bei der Präsidentschafts-Einführung von Georg W. Bush 2001 (Foto: JBL)
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75 Jahre JBL: die Moderne

Die Einführung von MP3 und des iPods machen Musik mobiler. Mobiler als es je etwa ein Walkman sein konnte. Musik wird in den 2000er-Jahren direkt aus dem Internet heruntergeladen und auf dem iPod und Derivaten gespeichert. Bald darauf sind auch Kabel zur Wiedergabe nicht mehr zwingend notwendig, es wird via Bluetooth gestreamt.

In den Jahren 2007 / 2008 fand deshalb bei JBL bezüglich Audio eine Art Bewusstseins-Wandel statt. Statt vergleichsweise wenige große Holzkisten wollte man lieber viele kleine Smartprodukte wie Bluetooth-Boxen oder kompakte Soundbars verkaufen. Die Idee ging spätestens mit dem Bluetooth-Speaker namens Flip auf. Die kaum Bierdosen-große BT-Box ist mittlerweile in der 5. Generation (siehe Test) und hat – wieder einmal – alle Verkaufserfolge gebrochen.

Die HiFi-Freunde unter den JBL-Fans werden diese Entwicklung sicher mit mehr als nur einem weinenden Auge sehen, weil in Bezug auf klassisches Lautsprecher-HiFi fast nur noch Derivate bereits existenter Modelle – wie zum Beispiel die faszinierende Everest DD 67000 kommen.

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JBL-Everest DD 55000 von 1985
Die JBL DD 55000 ist fraglos die Vorgängerin der…
JBL Everest DD 66000
… heute noch aktuellen Everest DD 67000, die wir auch bei LowBeats bereits im Test hatten (Foto: JBL)
JBL L100 von 1970
Und die L100 und sogar vom Namen her als Vorgängerin…
JBL L100 Classic 75
…der L100 Classic zu erkennen. Hier ein Bild der 75-Jahre-Edition für knapp 5.800 Euro (Foto: JBL)
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Doch die Firmenstrategen scheinen alles richtig gemacht zu haben: Ob JBL Flip, Charge, Pulse, Boombox & Co. – JBL setzt im Kopfhörer und Bluetooth-Lautsprecher-Bereich Bestmarken. Zur bislang letzten IFA 2019 kann JBL einen Rekord vermelden: weltweit wurden 100 Millionen mobile Lautsprecher verkauft. Ein Insider sagte dazu: „Selbst in den erfolgreichen HiFi-Jahren setzte JBL in Europa nie mehr als 180 Millionen Euro um. Heute sind es dank BT-Boxen und Kopfhörer 1,5 Milliarden.“

JBL Flip 5
Das aktuelle JBL Flip 5 steht hier stellvertretend für die wetterfesten Alleskönner, die JBL wieder unangefochten an die Spitze des Lautsprechermarkts gebracht haben. Nur dass die Lautsprecher jetzt sehr viel kleiner sind… (Foto: JBL)

Gelingen konnte das nur, weil JBL seine überlegene Treiber-Technologie auch auf kleinste Einheiten herunterrechnen konnte. Nicht ganz unschuldig daran ist der Think-Tank um Dr. Sean Olive, der den legendären JBL-Berater Dr. Flyod Toll beerbte. Wie weiland Floyd Tool (oder auch Amar Bose) ist Dr. Olive immer auf der Suche nach akustischen Erklärungen für dieses oder jenes Phänomen. Oder nach der richtigen Lösung. Denn es ist ja ein großes Können, aus einer kleinen Dose wie dem Flip 5 ein solches Klangvolumen zu zaubern. Dazu braucht es vielleicht keine 75 Jahre Erfahrung, aber doch sehr viel Wissen um Physik und Psycho-Akustik.

Dr. Sean Olive mit Ferrari California T
Dr. Sean Olive ist eine Koryphäe in Sachen Sound. Hier lehnt er an dem Ferrari California T, den JBL Pro mit einem potenten Audio-System bestückt (Foto: Harman)

75 Jahre JBL. Nach so vielen bewegten und letztendlich erfolgreichen Jahren mit so vielen Highlights in fast allen Bereichen der Akustik hätten wir gedacht, dass es JBL jetzt mal richtig krachen lässt. Aber falsch: Man hat den Vollverstärker SA750 aus der Taufe gehoben (weil JBL so bekannt für Vollverstärker ist…?) und eine Sonderversion der L100 (namens L100 Classic 75) aufgelegt. Das ist nicht einmal ein Tischfeuerwerk und sieht eher nach Alibi aus. Schade eigentlich. Bei LowBeats machen wir deshalb eine eigene kleine JBL-Feier ­– in Form eines Tests der brandneuen JBL L52 Classic. Sie verbindet nämlich im besten Sinne die früheren und die neuen JBL-Welten miteinander: Sie ist vergleichsweise klein und dafür ganz schön pegelfest – loud & clear!

JBL L52 mit Grill
Mit der L 52 rundet JBL die pegelstarke Retro-Serie namens „Classic“ nach unten ab: die kleine 2-Wege Box kostet 1.000 Euro / Paar (Foto: JBL)
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Dr. Sean Olive, der Mastermind von Harman

Autor: Andrew Weber