Yamaha AS1200, AS2200
Yamaha hat mit dem A-S1200 für 2.000 Euro und dem A-S2200 für 3.000 Euro zwei exzellente Vollverstärker im Programm. LowBeats hatte sie nun im Doppeltest (Foto: H. Biermann)

Vollverstärker Doppeltest: Yamaha A-S1200 und A-S2200

Im Mai letzten Jahres brachte Yamaha seine überarbeiteten Oberklasse-Vollverstärker auf den Markt – drei an der Zahl. Und weil die Yamaha Entwickler traditionell ein enge Beziehung zu LowBeats pflegen, konnten wir als erste Redaktion in Deutschland das Flaggschiff A-S3200 einem ausgiebigen Test unterziehen. Aber die beiden kleineren Modelle Yamaha A-S1200 (2.000 Euro) und A-S2200 (3.000 Euro) sind ja nicht nur eklatant günstiger: Sie gelten technisch und akustisch als ziemlich verwandt. Beide hatten wir nun im Doppeltest. Und beide überzeugten uns mindestens so stark wie der große Bruder…

Yamaha A-S Vollverstärker Generation 200
Die aktuelle Yamaha Vollverstärker-Oberklasse von links: A-S3200, A-S2200, A-S1200. Das Flaggschiff hebt sich durch die höhere Bauform und die größer ausgelegten VU-Meter ab; A-S1200 und A-S2200 sind äußerlich mit kleinen Ausnahmen gleich (Foto: Yamaha)

Die Tradition wird bei Yamaha seit jeher großgeschrieben. Es gibt aus meiner Sicht keinen der großen Anbieter, der sein Design so konsequent und gekonnt aus den Siebziger- und Achtzigerjahren in die Moderne überführen konnte. Nun steht vielleicht nicht jeder Musikfreund auf VU-Leistungsanzeiger, Batterien von Kippschaltern und hölzernen Hochglanz-Wangen an den Seiten. Mir jedoch, der bereits Mitte der 1970er Jahre sein Herz an HiFi verloren hat, zaubert solch eine Brücke zu den seligen HiFi-Jahren immer ein Lächeln auf die Lippen.

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Den Yamaha A-S1200 und seinen etwas teureren („größer“ kann man fast nicht sagen) Bruder A-S2200 unterscheiden auf der Front nur zwei Features – siehe Slideshow:

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Yamaha A-S1200 Front
Erkennen Sie die Unterschiede? Auf den ersten Blick sieht man keine. Genaueres Hinschauen zeigt, dass dem „kleineren“ A-S1200…
Yamaha A-S2200 Front
…die Lautstärke-Anpassung für den Kopfhörerpegel (gleich neben der Kopfhörer-Buchse) sowie der Umschalter zwischen MM- und MC-Phono-Zugang des A-S2200 fehlen. Beim A-S1200 ist dieser Wahlschalter wenig praktisch auf der Rückseite (Foto: Yamaha)
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Was man ebenfalls unter „Tradition“ verbuchen könnte, ist der fast immergleiche Aufbau der Verstärker. Nicht nur, dass man sich schwertut, Unterschiede zu den Vorgänger-Generationen zu finden – die einzelnen Mitglieder der dreiköpfigen Verstärkerfamilie ähneln sich auch technisch verblüffend stark.

Vor allem haben A-S1200 und A-S2200 nicht nur die gleichen Abmessungen, sondern auch die gleiche Stromaufnahme, den gleichen Trafo, die bis aufs Watt identische Leistung. Als ich Yamahas Entwicklungs-Teamleiter Susumu Kumazawa auf diesen irritierenden Punkt ansprach, antwortete er nur wissend: „Listen“ – was wir dann auch ausgiebig getan haben.

Yamaha Entwickler-Crew im LowBeats Hörraum
Das Yamaha Entwicklerteam im LowBeats Hörraum. Von links: Teamleiter Susumu Kumazawa, Entwickler-Legende Shigeru Fujita, Lautsprecher-Fachmann Yoshikazu Sugimura und der Spezialist für Verstärkerschaltungen Hidehisa Aramaki (Foto: H. Biermann)

Der Aufbau von Yamaha A-S1200 und A-S2200

Zunächst einmal handelt es sich beim Yamaha A-S1200 und beim A-S2200 um Verstärker der barocken Wuchtklasse. Was genau das heißt? Bitte einmal anheben: In der 2.000-Euro-Klasse dürfte der A-S1200 mit seinen 22 Kilo gewichtsmäßig ganz weit vorn liegen. Und obwohl der A-S2200 nur 700 Gramm mehr wiegt, ist er in seiner Klasse auch einer der Schwergewichts-Champions. Was sagt das über den Klang aus? Erst einmal natürlich nichts. Doch es vermittelt das Gefühl solider Technik, die mit vielen diskreten Bauteilen umgesetzt wurde. So viel Aufwand wird im Zuge der ständig „smarter“ werdenden HiFi-Elektronik immer seltener.

Yamaha vertraut seit jeher auf das „Floating-Prinzip“ seiner Verstärkerschaltungen. Bei dieser verwendeten Schaltung bestehen der linke und der rechte Leistungsverstärker aus je zwei parallelgeschalteten Single-Ended-Endstufen und werden aus jeweils eigenen, galvanisch getrennten Stromversorgungs-Kreisen gespeist.

Angesteuert werden die beiden Ausgangsstufen (die für einen möglichst schönen, weichen Klang mit MOS-Feldeffekttransistoren gleicher Polarität arbeiten) jeweils von einer invertierenden und einer nichtinvertierenden Treiberstufe, die beide über eigene Gegenkopplungspfade verfügen. Durch diesen Kniff entsteht ein vollständig symmetrisch arbeitender Verstärker, dem durch seinen erdfrei „floatenden“ Betrieb Störströme auf der Bezugsmasse nichts anhaben können. Die Yamaha Ingenieure nutzen diese Schaltung seit vielen Jahren – und wie oben schon angedeutet – in allen größeren Modellen.

Verstaärkerschaltung Yamha A-S1200
Die Leistungsverstärker der Yamaha Verstärker arbeiten durch Parallelschaltung zweier Single-Ended-Ausgangsstufen vollkommen symmetrisch, mit identischen Endtransistoren für jede Halbwelle. Durch den Einsatz zweier galvanisch getrennter Stromversorgungszweige pro Kanal können sie vollkommen erdfrei arbeiten (Grafik: Yamaha)

Der Blick unter die Haube zeigt das, was an gut gemachtem Japan-HiFi schon immer fasziniert: Diese perfekte Verarbeitung, diese unglaubliche Liebe zum Detail und das Gefühl, dass immer aus dem Vollen geschöpft wird. Der A-S1200 ist ja nicht nur der schwerste Verstärker seiner Klasse. Auch einen höheren Bauteile-Aufwand wird man bei den Mitbewerbern – gleich von welchem Anbieter – schlechterdings nicht finden. Dazu gehört ebenfalls, dass den Bedienschaltern eine ganze Batterie von Relais nachgeschaltet ist: Jeder Schaltvorgang wird von einem seidigen Klicken begleitet. Ich mag ja so etwas…

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Yamaha A-S1200 innen
Randvoll mit feinsten Bauteilen: Im Zentrum das Netzteil mit Ringkerntrafo und einer Armada von Netzteil-Kondensatoren; die Vorstufen-Elektronik mit drei übereinander liegenden (grünen) Platinen befindet sich direkt hinter dem Anschlussfeld (Foto: Yamaha)
Yamaha A-S2200 innen
Der A-S 2200 ist vom Aufbau her vom A-S1200 kaum zu unterscheiden: Auch hier stapeln sich die Bauteile bis unters Gehäusedach. Gut zu erkennen: der sauber umgesetzte Doppel-Mono-Aufbau (Foto: Yamaha)
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Wirklich irritierend ist der geringe Unterschied bei der Leistung. Bei A-S1200 und A-S2200 ist der Wert ja bis aufs Watt identisch. In jedem anderen Unternehmen würde jetzt zumindest die Marketing-Abteilung laut aufschreien und für einen erkennbaren Unterschied sorgen – und sei es nur auf dem Papier. Doch so denkt man nicht bei Yamaha. Die Japaner geben selbst dem (in Bezug auf den A-S1200) ja immerhin fast dreimal so teuren A-S3200 ungerührt nur 10 Watt pro Kanal mehr mit auf den Weg. Das muss man sich trauen. Überhaupt so große Ähnlichkeiten bei Verstärkern, die preislich doch recht weit auseinanderliegen. Wie stark sich die Brüder ähneln, zeigt die folgende Übersicht:

ModellA-S1200A-S2200A-S3200
Leistung2 x 160 Watt (4 Ω)2 x 160 Watt (4 Ω)2 x 170 Watt (4 Ω)
Eingänge3 x Cinch, Phono MM + MC, 1 x Tape3 x Cinch, Phono MM + MC, 1 x Tape, 1 x XLR3 x Cinch, Phono MM + MC, 1 x Tape, 2 x XLR
symm. Aufbau/Pegelabschwächer/Phasen-Umschalter– / – / –X / X / XX / X / X
Trafo625VA (Toroidal)625VA (Toroidal)623 VA (Toroidal)
Abmessungen43,5×15,7×46,3 cm43,5×15,7×46,3 cm43,5×18,0×46,4 cm
Gewicht22.0 Kilo22.7 Kilo24.7 Kilo

Der Blick in die Ausstattungsliste deutet nur an, warum A-S220 und A-S3200 eklatant teurer sind. Da ist die Bauteile-Qualität an klangrelevanten Stellen natürlich ein Thema. Doch auch der symmetrische Aufbau für die XLR-Eingänge; dieser erfordert nämlich den doppelten Bauteile-Aufwand.

Aber die Übersicht bringt uns auch schnell zu einer weiteren Besonderheit der Yamaha Amps: Sie müssen ohne integrierten DAC und ohne Bluetooth-Zugang auskommen. Dabei sind diese Features in fas allen Preisklassen längst usus.

Hier leistet sich Yamaha einen Sonderweg. Digitale Signalverarbeitung, so das Entwickler-Team unisono, hat in so hochwertigen Verstärkern nichts verloren. Digitales grenzt man daher konsequent aus, um die analogen Ströme möglichst unbeeinflusst zu lassen. Und an dieser Stelle könnte man bemängeln, dass Yamaha aktuell weder einen dieser Klasse entsprechenden CD-Player oder gar D/A-Wandler anbietet. Schade.

Was allerdings A-S1200 und A-S2200 auszeichnet, ist ihre eingebaute exzellente, weil extrem rauscharme Phonostufe. Nicht selten sind diese Phonostufen ja kaum mehr als eine Dreingabe. Der komplett mit diskreten Bauteilen aufgebaute Phono-Preamp der beiden Yamahas dagegen ist eine ernsthafte Alternative zu gut gemachten Phonostufen aus dem gehobenen dreistelligen Bereich.

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Yamaha A-S1200 Rear
Von den Anschlüssen her ist der Yamaha A-S1200 absolut identisch mit dem….
Yamaha A-S2200 Rear
… größeren A-S2200. Der allerdings hat noch einen symmetrischen Eingang mehr (Foto: Yamaha)
Yamaha A-S2200 XLR
Der entscheidende Unterschied: Der A-S2200 hat einen symmetrischen (XLR-) Eingang, der ein deutliches Mehr an Bauteilen erfordert. Und dieser Eingang ist komfortabel ausgestattet: Man kann ihn im Pegel um 6dB absenken oder das Signal in der Phase drehen – was öfter hörbar ist, als man denkt… (Foto: H. Biermann)
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Praxis & Hörtest

Die beiden Yamahas vereinen ausgefeilte Verstärkertechnik – das spürt man an allen Ecken. Konkret heißt das: Die Leistung von 2 x 160 Watt (4Ω) reicht locker für 90% aller Lautsprecher am Markt, die Stabilität der Endstufenschaltung ist hoch. Sollte man es pegelmäßig übertreiben (oder der angesprochene Lautsprecher hat absurde Impedanz-Minima) schaltet die Sicherung zuverlässig ab – um dann nach kurzem Aus- und Wiedereinschalten der Verstärkung wieder freien Lauf zu lassen. Und sollte die Leistung wirklich nicht reichen, ermöglichen die Vorstufen-Ausgänge (Main Out), stärkere Endstufen anzuschließen.

Ebenfalls echt erfreulich ist die Rauscharmut der Phonostufen: Selbst bei offenem Eingang muss man bis 12 Uhr drehen, um überhaupt ein Räuscheln zu hören. Dabei klingt die Phonostufe im Spielbetrieb keineswegs überbedämpft oder leblos, sondern im Gegenteil wunderbar seidig und transparent.

Früher durfte man den Yamaha Komponenten zu Recht einen leicht höhenlastigen Sound nachsagen. Dieser klangliche Charakter verbot die Kombination mit hochtonfreudigen Lautsprechern. Noch immer kann man bei den Yamahas diesen Charakterzug ausmachen. Aber – und das war die spannende Erkenntnis in diesem Hörtest – deutlich abgemildert.

Seit seinem Test im Oktober 2015 begleitet uns der A-S1100. Äußerlich ist dieser Verstärker vom Nachfolger A-S1200 durch nichts zu unterscheiden. Klanglich dagegen sehr wohl. Spielt der ältere A-S1100 in den Basslagen noch etwas burschikos und setzt in den Höhen noch beherzt eine Extraportion obendrauf, spielt der Neue deutlich moderater, ausgewogener und letztendlich „schöner“.

Konnte man schon dem Vorgänger einen gewisse „barocke“ Wiedergabe nicht absprechen, ist diese Tendenz beim A-S1200 fast noch deutlicher ausgeprägt. Doch er bringt zusätzlich noch eine höfliche Form von Eleganz mit: Von unten schiebt ein satter, sehr kraftvoller Bass, oben glitzert es sehr fein und offen.

Der A-S1200 ist nicht der kernig-drahtige Typ, der Impulse und feinste Details dem Zuhörer unmittelbar um die Ohren haut. Nein. Bei ihm ist alles etwas prunkvoller und gleichzeitig gemütlicher. Er macht den Raum schön weit auf und lässt die Musik wunderbar relaxed aus den Lautsprechern perlen. Das konnten frühere Yamaha Verstärker bei weitem nicht so gut. Auch er ist immer noch ein echter Yamaha. Aber einer, der gefällig und elegant klingt. Und so harmoniert der A-S1200 mit fast allen Schallwandlern am Markt. In unserem Arsenal fanden wir jedenfalls keinen, mit dem es zu einem echten Missmatch gekommen wäre…

im LowBeats Hörraum
Der Aufmarsch der Yamaha Vollverstärker im schummrigen kleinen LowBeats Hörraum: vorn der A-S1100, in der Mitte der A-S1200 und hinten der A-S2200 (Foto: H. Biermann)

Der neue 1000er Verstärker von Yamaha klingt also besser als der alte. Aber auf welcher Flughöhe bewegen wir uns überhaupt? Der Exposure 3010 S2D ist zwar nicht mehr der allerneueste, aber immer noch mit das Beste, was die 2.000 Euro-Klasse zu bieten hat – ein typischer Vertreter des „British Sound“. Sein Vergleich mit dem Yamaha A-S1200 ließ uns erneut erkennen, dass zwischen der britischen und der japanischen Klang-Philosophie immer noch Welten liegen.

Exposure 3010S2 im LowBeats Hörraum
Der Vergleich des Yamaha A-S1200 mit dem Exposure 3010 S2D erfolgte an den neuen Lieblings-Lautsprechern des Autors: Die Dynaudio Heritage Special machten das Herausarbeiten der Unterschiede zwischen den Amps besonders einfach & angenehm (Foto: H. Biermann)

An der herausragend guten Kompaktbox Dynaudio Hertiage Special spielten beide Amps ihre Stärken aus: Der deutlich kleinere Brite klingt deutlich schlanker, in den Mitten griffiger-agiler und in den Höhen dezenter. Der Yamaha A-S1200 dagegen tönt sehr viel stattlicher, größer, man könnte sagen: prunkvoller.

Beim liebevoll remasterten Cat Stevens Klassiker Tea For The Tillerman in der 50th Edition arbeitet der Brite die Nuancen in der Stimme noch etwas feiner heraus, ließ die Gitarrensaiten noch etwas lebendiger schwingen. Mit dem Yamaha hatte Cat Stevens‘ Stimme noch mehr diesen unnachahmlichen, dunkel-melancholischen Zug, die Gitarre klang etwas größer und die Obertöne der Saiten funkelten noch etwas feiner.

Bei extrem Tiefton-intensiver Musik wie etwa Hans Zimmers Live In Prague faszinierte der Exposure durch seine Impulsivität und die hohe Präzision im Oberbass/Grundtonbereich. Doch der Yamaha ließ die Pauken noch finsterer grollen und schien beim Fortissimo auch noch mehr Reserven im Netzteil zu haben. Deshalb hatte er am Ende etliche Pluspunkte mehr auf den Testnotizblöcken.

Hans Zimmer Live In Prague Cocer
Grandiose (und sehr energiereiche) Musik großartig orchestriert und arrangiert: Hans Zimmer Live in Prague (Cover: Amazon)

Aber wie klingt er im Vergleich zum größeren A-S2200? Unsere Erwartungen waren gering, weil ja die Technik und Schaltung sehr ähnlich sind. Und dennoch wurden wir freudig überrascht. Auch der A-S2200 klingt natürlich wie ein Yamaha. Aber gemessen am A-S1200 noch eleganter, präziser und „richtiger“.

Vor allem im klangrelevanten Bass/Grundtonbereich punktet der größere Bruder mit mehr Genauigkeit und einer sehr ansprechenden Dynamik. Die Pauken kommen knackiger, mitreißender, die Bassdrums haben mehr Nachdruck, das ganze Klangbild wirkt freier und mitreißender. Selbst bei den ganz lauten Passagen könnte man den Eindruck gewinnen, der A-S2200 hätte noch ein paar Watt mehr in den Transistoren…

Wie die Japaner das hinbekommen, aus einer doch so artverwandten Schaltung einen erkennbaren Unterschied zu zaubern, bleibt ihr Geheimnis. Mit dieser klanglichen Ausrichtung jedenfalls muss sich der A-S2200 auch vor den arrivierten Amps dieser Klasse, etwa einem Atoll In 300, einem Marantz PM-KI Ruby oder einem Naim Nait XS3 in keinster Weise zu verstecken.

Fazit

Nach vier Jahren erneuert Yamaha seine Verstärker-Oberklasse und wieder einmal kann man die Unterschiede zu den Vorgängern kaum erkennen. Zumindest technisch. Klanglich haben der Yamaha A-S1200 und sein größerer Bruder A-S2200 deutlich zugelegt.

Der ehemals eher spektakuläre, glitzernde Yamaha Sound wird Zug um Zug ersetzt: durch einen Klang, der eleganter, feiner und irgendwie weltmännischer ist. Damit werden die beiden – das gilt selbstredend auch für den großen A-S3200 – für einen erheblich größeren Kreis von Musikfreunden attraktiv.

Dass auch die neuen Spitzen-Verstärker von Yamaha keine DACs eingebaut haben, ist unter klanglichen Gesichtspunkten verständlich, gleichwohl irritierend. Denn es gibt in der Yamaha Oberklasse weder einen entsprechenden externen DAC noch einen CD- beziehungsweise Netzwerk-Player mit DAC, der diese Funktion übernehmen könnte. Da bleibt also nur der Griff zu den hochklassigen Angeboten der Mitbewerber.

Die Frage nach dem besten Angebot unter den drei Yamaha Top-Verstärkern beantwortet sich von selbst. Es ist natürlich der A-S1200, der in Bezug auf Preis/Leistung und vor allem auf die überragende Verarbeitungsqualität schier nicht zu toppen ist. Mein persönlicher Favorit ist dennoch der A-S2200. Er klingt fast so gut wie der A-S3200, hat auch den symmetrischen Aufbau, kostet aber nur etwas mehr als die Hälfte dessen, was für den großen A-S3200 aufgerufen wird. Auch extrem anspruchsvolle Hörer dürften mit ihm rundum glücklich werden.

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Yamaha AS2200 Sterne
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Preis (Hersteller-Empfehlung):
Yamaha A-S2200: 3.000 Euro

 

Yamaha A-S1200
2021/02
Test-Ergebnis: 4,7
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Bewertungen
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Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
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Paarpreis (Hersteller-Empfehlung):
Yamaha A-S1200: 2.000 Euro

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Test Exposure 3010 S2D: Hohe Dynamik & Agilität
Player/Verstärker-Kombination Marantz KI Ruby im Test
Test Atoll IN 300: DAC-Amp mit Kraft und Feindynamik

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Autor: Holger Biermann

Chefredakteur mit Faible für feinste Lautsprecher- und Verstärkertechnik, guten Wein und Reisen: aus seiner Feder stammen auch die meisten Messe- und Händler-Reports.