LowBeats Jahres-Highlights 2018

LowBeats Jahres-Highlights 2018 Mai: Andrew Weber – Teac NR-7CD

Mein Favorit macht dicke Backen. Ich gebe zu, dass mir das Erscheinungsbild des Teac NR-7CD nicht auf Anhieb gefallen hat, doch mittlerweile mag ich die geschwungenen Seitenwangen des All-In-One-Players. Schuld daran sind, so ist es wohl immer, seine inneren Werte. So ist hier ist das gesamte Knowhow der unter einem Dach versammelten Marken Teac, Tascam und Esoteric zusammengekommen: Von Teac die Erfahrung im HiFi-Segment, wie das Design mit den klassischen VU-Metern oder das bewährte CD-Laufwerk aus eigener Produktion. Von Tascam, dem Studio-Profi, das Wissen um die klangliche Bedeutung von Masterdateien und von Esoteric, der High-End-Marke, der Schliff bis ins Detail, wie etwa der kugelgelagerte Laustärkeregler oder die aus dem Vollen gedrehten Stellknöpfe zeigen.

Teac NR-7CD Front Angle
Teac NR-7CD: Das neue All-in One Flaggschiff leistet 2 x 230 Watt an vier Ohm und kostet 4.000 Euro (Foto: Teac)

Das Gerät macht Freude in der Bedienung und das Teil kann auch ordentlich Wumms in die Bude bringen – über 200 Watt stehen zur Verfügung. Das leisten nur wenige All-In-One-Player. Es handelt sich hier eben nicht um ein nettes Stück „Büro-Stereo“, sondern um waschechtes HiFi, das auch höchsten Ansprüchen gerecht wird. Teac scheut sich zudem nicht, hochwertige Bauteile zuzukaufen, wenn es der Sache dient. So stammen die Endstufen von dem renommierten dänischen Hersteller ICEpower, der früher für B&O Entwicklungsarbeit leistete, bevor er sich auf eigene Füße stellte. Und wenn ich damals im Testergebnis monierte, dass der Anschlussmöglichkeiten zu wenige vorhanden sind, dann gilt das auch heute noch, denn ein stylischer Plattenspieler würde dem Design des NR-7CD gut zu Gesicht stehen.

Teac NR-7CD DAC
Der D/A-Wandler stammt von Asahi Kasei Microdevices (AKM). Der Chip aus der Baureihe Verita AK4490EQ verarbeitet Auflösungen bis zu 11,2 MHz DSD und 768 kHz PCM (Foto: Teac)

Ein Phonoeingang fehlt aber leider. Ist nicht wirklich schlimm, denn ein Entzerrervorverstärker ist schnell angeschlossen, wie das von LowBeats bereits getestete Modell Musical Fidelity V90-LPS Phono. Dann gesellt man zum NR-7CD etwa einen Transrotor Avario 25/60 und plötzlich weiß man, dass dem pausbäckigen All-In-One-Spieler doch was gefehlt hat: Ein Sparringspartner, der das Gesamtbild abrundet. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Die anderen LowBeats Jahres-Highlights 2018:
Januar: Andreas Günther über den Plattenspieler Rega Planar 6 (Seite 1)
Februar: Peter Schüller über die Vorstufe Questyle CMA800P (Seite 2)
März: Bernhard Rietschel über die Standbox Heco Einklang (Seite 3)
April: Holger Biermann über den Rundumstrahler Nubert nuPyramide 717 (Seite 4)
Juni: Stefan Schickedanz‘ Fahrt mit dem Volvo P1800 Schneewittchensarg (Seite 6)
Juli: Christof Hammer adelt rückwirkend Jason Pierce mit  And Nothing Hurt (Seite 7)
August: Claus Dick über das Tischradio Teufel 3Sixty (Seite 8)
September: Raphael Vogt über den Stromfilter LAB12 Gordian (Seite 9)
Oktober: Holger Biermann über den 300B-Röhrenamp Westend Audio Leo (Seite 10)
November: Frank Borowski über den Streaming-Amp Linn Selekt DSM (Seite 11)
Dezember: Jürgen Schröder über den Kopfhörer Sennheiser HD 660 S (Seite 12)