Marantz Model 30 + 30n schwarz
Eine Kombination aus Vollverstärker und Multi-Digital-Quelle: Marantz Model 30 und SACD 30n, jeweils für 3.000 Euro, schlugen sich im LowBeats Test echt wacker (Foto: Marantz)

Test Vollverstärker + CD/SACD-Player: Marantz Model 30 + SACD 30n

Erneut hat Marantz eine highendige Kombination aus Vollverstärker plus CD/SACD-Player auf den Markt gebracht. Das Duo firmiert unter dem Namen Marantz Model 30 /SACD 30n und ist dem Ruby-Gespann aus dem Jahre 2018 technologisch als auch klanglich durchaus ähnlich. Die beiden Neuen haben allerdings Vorteile, die nicht von der Hand zu weisen sind: Sie haben die neueste Technik eingebaut, ein atemberaubendes Design und beide kosten mit 3.000 Euro pro Komponente gleich jeweils einen Tausender weniger als Ruby. Und wie auch im Ruby-Doppel gibt es im 30er Team einen echten Überflieger…

Man vergisst es manchmal: Marantz ist einer der HiFi-Pioniere – gegründet 1953. Und um die Erinnerung an die lange Tradition ein bisschen aufzufrischen, lancieren die Firmenstrategen nun die Marantz Model 30 Serie – in Ehrerbietung an die alten „Model“-Bauweisen von Saul Marantz aus den späten 50er bis in die 70er Jahre. Das waren Heldentaten unter den Verstärkern und Tunern. Erstaunlich großformatig, massig, mit dem für Marantz typischen Goldglanz und den vielen Knöpfen. Natürlich muss für die heutigen Enkel ein neuer Claim erfunden werden. Marantz nennt es ganz aktuell „Modern Musical Luxury“.

Hört sich gut an. Allein beim Wort „Luxus“ zucken wir zusammen. Das werden doch nicht etwa Komponenten für ein halbes Jahresgehalt sein? Nein, keine Angst. Wir sind noch erschwinglich unterwegs. „Model 30“ heißt die Serie und zeigt damit auch die finanzielle Messlatte, jedes Mitglied der Serie liegt bei einer Preisempfehlung von 3.000 Euro.

Auch beim Wort „Serie“ muss ich mich korrigieren. Das ist keine komplette „Serie“ sondern nur ein Duo – ein Player trifft auf einen Vollverstärker. Natürlich in gleicher Bauform und gleichem Design. Das hat Marantz schon oft vorexerziert: beim Duo PM 10 /SA 10 war es so, bei 12er Pärchen oder auch beim oben schon erwähnten Ruby-Gespann. Doch beim Duett aus Marantz Model 30 + SACD 30n gehen die Macher noch einen Schritt weiter: Sie verlassen das klassische Marantz-Design und schlagen gekonnt eine optische Brücke aus den goldenen 60er Jahren hin in die Moderne. Und das sieht richtig gut aus:

Marantz SACD 30n Front
Ein edler Wellenschliff auf der Front trifft auf geschliffenes Aluminium, das von hinten beleuchtet ist – chic. Nicht so schön  – zumindest anzufassen – sind die Drehknöpfe aus Kunststoff. Aber wahrscheinlich gehen die Marantz-Strategen davon aus, dass man eh die haptisch ansprechende Fernbedienung nutzt… (Foto: Marantz)

Marantz Model 30 + SACD 30n: der Player

Wenden wir uns zunächst dem Player zu, der nicht nur CDs wandeln kann, sondern auch SACDs. Jetzt wird es spannend. Erst kürzlich hatte wir den Anniversary SACD-Player DVD A-110 von Denon hochleben lassen. Für das Hintergrundwissen: Denon und Marantz stecken gemeinsam unter dem Dach von Sound United. Deswegen ist es keine Überraschung, dass hier das gleiche Laufwerk seinen Dienst verrichtet, offiziell gebrandmarkt mit dem eigenen Schriftzug von Sound United. Aber alles dahinter durften die verbrüderten Ingenieure selbst ausformulieren.

Marantz SACD 30n Laufwerk
Das Konzern-eigene Laufwerk ist so gut, dass viele Mitbewerber Denon + Marantz darum beneiden. Es sitzt im Marantz SACD 30n genauso wie im DCD A-110. Beim Denon allerdings ist die Lade aus Metall, beim SACD30n „nur“ aus Kunststoff (Foto: Marantz)

Was das Laufwerk so potent macht: Es kann auch DVDs als Datenspeicher lesen. Also einfach die Lieblingsmusik auf einen Rohling brennen, verstanden werden PCM-Files bis 192 Kilohertz, hinauf bis zu DSD5.6MHz.

Was aber den Marantz SACD 30n insgesamt so attraktiv macht: Sein eingebauter Hochleistungswandler steht auch anderen Quellen offen. Das ist ein Punkt, mit dem er sich von seinem Konzern-Bruder Denon DCD A-110 abhebt; dessen DAC wandelt ja nur, was auch in der CD-Lade liegt.

Marantz SACD 30n DAC-Eingänge
Offen für Vieles: Der SACD 30n bietet 2 x optisch, 1 x koaxial und einen USB-Eingang. Hinzu kommt der Netzwerkeingang für Streaming vom Rechner und die Antennen für Bluetooth/WLAN (Foto: Marantz)

Der ungewöhnlich aufwändig gemachte DAC ist die eigentliche Perle des SACD 30n. Wie üblich bei Marantz kann der Nutzer hier unterschiedliche Filter ansteuern: mit hartem, scharfen Roll-Off oder eher weich ausklingend. Damit das Thema gleich vom Tisch ist – ich mag den Slow-Roll-Off mehr, das bringt Eleganz und Samt ins Klangbild.

Weiter auf dem Weg des Signals. Marantz vertraut hier seinem hauseigenen „Hyper-Dynamic Amplifier Module“, kurz „HDAM“, eine Platine mit diskreten Schaltkreisen. Ebenfalls im Verbund der Firmengemeinschaft gibt es HEOS als spannende Zugabe – das ist eine Streaming-Plattform. Bedeutet: Dieser Player kann sich auch zum Streamer wandeln. Eine Ethernet-Buchse bietet sich auf der Rückseite an.

Vorwärts Zurück
Marantz Model 30 HDAM-SA3
Die HDMA- (Hyper Dynamic Amplifier Module-) Module sind ein Kennzeichen der besseren Marantz-Komponenten. Es sind hoch komprimierte, gleichwohl diskret aufgebaute Verstärkereinheiten, die ähnlich wie ICs arbeiten, aber besser klingen. Die des Model 30 sind bereits aus der 3. Generation (Foto: Marantz)
Marantz SACD 30n HEOS Modul
Im Bild die HEOS-Platine. HEOS ist eine Konzern-übergreifende Streaming-Plattform, die in den meisten Geräten von Denon und Marantz eingebaut ist. Sie ermöglicht das Abspielen von Spotify & Co (Foto: Marantz)
Marantz SACD 30n MMM-Conversion
In diesem Chip steckt noch eine weitere Marantz-Besonderheit: die Filterung mit der Marantz Musical Mastering Streaming- (MMM-) Technologie (Foto: Marantz)
Vorwärts Zurück

Was macht den SACD 30n anders als die Konkurrenz aus dem gleichen Haus? Der Denon DCD-A110 ist komplett anders aufgebaut und schickt die Files in einen klassischen Wandler. Bei Marantz hingegen bedient man sich einer hauseigenen Entwicklung. Einem „Marantz Musical Mastering“ bei dem nicht ein omnipotenter Wandler zum Einsatz kommt, sondern unterschiedliche Stufen der Wandlung mit flankierendem Tiefbassfilter.

Rainer Finck hat hier sein Genie walten lassen. Ein Deutscher darf tief in die Geheimnisse des Marantz’ Klangs greifen. Er gilt als einer der Meister der perfekten Digital-Wandlung weltweit. Bei Philips hat er gelernt und residiert nun bei Marantz. So lässt sich leben und denken. Finck: „Diese MMM-Wandlung ist der größte Schritt, den wir im Digitalbereich gemacht haben.“

Bei LowBeats haben wir ein Spotify-Abonnement und einen Tidal-Account – beides lässt sich per HEOS verbinden, abrufen und wandeln. Statt der Fernbedienung sollte man die passgenaue App nutzen. Damit stehen wir auch vor einem Hub in der Kombination mit einem Vorverstärker. Vom SACD 30n könnten wir also auch direkt in eine Endstufe oder eine Aktivbox hinein. Es gibt einen geregelten und einen ungeregelten Ausgang.

Marantz SACD 30n Ausgänge
Der SACD 30 n bietet auch einen regelbaren Ausgang und könnte so auch mit einer Endstufe oder – noch direkter – mit einer Aktivbox verbunden und so das Zentrum einer sehr kompakten Anlage werden (Foto: Marantz)

Nur als weiterführende Option: Wir haben ein gutes Streaming-Programm auf unserem Mac oder PC – dann schicken wir die Daten per USB an den SACD 30n und beuten dessen Wandler bis zu sagenhaften 32 Bit und 384 Kilohertz aus. Auch DSD bekommen wir so in einen Analogfluss bis 11,2 Megahertz. Noch ein Tipp, der zu Herzen gehen sollte: Der Kopfhörer-Verstärker am SACD 30n ist großartig. Das ist kein trauriger Blinddarm-Fortsatz, sondern ein grundehrlicher, richtig starker Klangaufbereiter.

Marantz Model 30: der Vollverstärker

Das gleiche Modell ist auch im Vollverstärker Model 30 verbaut. Abermals ehrenwert. Aber das Model 30 legt vor allem bei den kleinen Signalen noch einen weiteren Scheit auf. Es gibt nicht nur einen MM-Amp wie bei so vielen Vollverstärkern, sondern auch eine echte MC-Stufe. Praktisch jeder aktuelle Tonabnehmer kann hier vorverstärkt und entzerrt werden. Allein diese Phono-Stufe erweitert das Einsatzgebiet erstaunlich.

Marantz Model 30 Phono Board
Die Phonostufe des Marantz Model 30 ist durchgehend diskret aufgebaut. Das erklärt, warum dieser integrierte Phonozweig so gut klingt (Foto: Marantz)

Aber ich will noch mehr sehen – und schraube vorsichtig den Deckel ab. Seltsam. Ein eher kleiner Trafo, kleine Kühlkörper. Alles in strikter Symmetrie. Das müsste ein Transistor-Verstärker im doppelten Mono-Aufbau sein. Halb daneben. Das doppelte Mono stimmt, aber hier walten keine Transistoren, sondern zwei der modernsten Digital-Verstärker der Gegenwart. Marantz hat sich für eine Architektur mit modernen Hypex-Modulen entschieden.

Vorwärts Zurück
Marantz Model 30 innen
Der Marantz Model 30 von innen: Der zentrale Netzteil-Trafo der Endstufe fällt kleiner aus, als man es von klassischen AB-Verstärkern gewohnt ist, aber sie arbeitet ja auch…
Marantz Model 30 Hypex Modul mit Netzteil
…mit Digitalendstufen vom Typ Hypex (Foto: Marantz)
Marantz Model 30 Hypex Modul
Hier eines der beiden Hypex-Module, die bis zu 100 Watt RMS an 8 Ohm pro Kanal erzeugen können (Foto: Marantz)
Vorwärts Zurück

Wir ziehen noch einmal den Vergleich zum Marantz Ruby KI Verstärker: Auch der Ruby hat die Hypex-Module eingebaut, auch der Ruby kommt auf 100 Watt an 8 beziehungsweise 200 Watt an 4 Ohm. Der Leistungsbereich scheint doch sehr ähnlich aufgebaut. Allerdings hatten wir den Eindruck, dass Model 30 trotz des kleineren Preises einen Ticken besser klingt.

Hier eine Übersicht der Model 30- und der Ruby-Kombination

NameModel 30PM-Ki RubySACD 30nSA-Ki Ruby
Leistung 2 x 200 W/4Ω2 x 200 W/4Ω
als DAC einsetzbarneinneinjaja
HEOS Streamerneinneinjanein
Kopfhörer-Ampjajajaja
Abmessungen (B x H x T)44,3 x 13,0 x 43,1 cm44,0 x 12,7 x 45,3 cm44,3 x 13,0 x 42,4 cm44,0 x 12,7 x 41,9 cm
Gewicht14,8 Kilo15,7 Kilo13,5 Kilo17,1 Kilo
UVP:3.000 Euro4.000 Euro3.000 Euro4.000 Euro

Man sieht recht große Ähnlichkeiten im Konzept. Und auch die Preisunterschiede sind mittlerweile geschrumpft: Wer im Netz schaut, findet die Rubys ebenfalls um die 3.000 Euro pro Komponente…

Marantz Model 30 + SACD 30n: so klingt’s

Wir müssen an dieser Stelle mit einem weit verbreiteten Vorurteil aufräumen: „Digital-Amps klingen herzlos und grausam.“ Stimmt nicht. Das mag vor zehn Jahren so gewesen sein, als das digitale Handwerk noch charmelos-rustikal war.

Aber Model 30 steht auf der Gegenseite. Schon nach wenigen Takten freue ich mich über seine Wucht. Meine Güte, was für ein tiefschwarzer Bass. Das hatte fast Tötungsabsichten, wie er uns in den Solar Plexus trat. Toll, wie präsent er die dynamischen Attacken ausspielte und dazu auf den Millimeter genau formvollendet war. Der SACD-Bruder wirkte dagegen weicher. Was in der Kombination aber famos zusammenspielte.

Huh – da erfasst mich die Lust, mit meinen „heiligen“ Platten zu spielen. Dazu gehört unbedingt Secrets of the Beehive von David Sylvian. Was für eine Klangkunst, was für ein böser Angriff auf alle Glieder einer High-End-Kette. Da gibt es einen ultratiefen Bass, da schwingen sich zwei Hörner zu einem flirrenden Klangsee auf. Das beste Master? Darum ist es traurig bestellt. Es gibt weder eine SACD noch einen 24/96er Download. Aber immerhin eine Vinylscheibe. Wir aber hören die klassische CD. Und auch die klingt mitreißend.

Cover Art David Sylvian The Secret...
Eines der vielschichtigsten Alben des Ex-Japan-Sängers. Ungemein detailreich aufgenommen (Cover: amazon)

Der SACD 30n macht aus dieser Aufnahme ein Fest. Die Präzision, mit der der Marantz die feinen Obertöne darstellt, ist außergewöhnlich. In Verbindung mit dem Model 30 entsteht hier nicht die ganz große, doch aber eine tonal sehr ausdrucksstarke Inszenierung. Vor allem die facettenreiche Stimme von David Sylvian macht Gänsehaut.

Marantz Model 30 Kombi an der ATC SCM19
Marantz Model 30 und SACD 30n im kleinen LowBeats Hörraum. Hier in Verbindung mit der ATC SCM19, die sich mit ihrem frischen Mittenbereich als der ideale Spielpartner für den Model 30 entpuppte (Foto: H. Biermann)

Die Konkurrenz im Nacken

Fragt sich, wie das Model-30-Gespann im Vergleich zu Mitbewerbern auftritt. Über den Denon DCD A-110 haben wir schon gesprochen. Welches ist der bessere Player in der Firmenfamilie? Ein schwieriger Ritt auf der Rasierklinge. Ganz offen formuliert: Der Denon verfügt über mehr Herzblut, mehr Feinsinn. Aber der Marantz ist ein geborener Sprinter mit Hang zur lebendig-präzisen Spielweise. Die Gitarrensaiten auf Secrets of the Beehive schwingen mit dem Denon feiner aus, auf dem Mareantz haben sie mehr Kraft.

In der Welt der Verstärker wäre das ein glaubwürdiges Treffen von Röhren gegen Transistoren. Da entscheiden womöglich Geschmacksfragen und persönliche Anlagen. Der Denon ist keineswegs der schlechtere Player. Aber als Gesamtpaket mit DAC- und Streaming-Angebot liegt der Marantz SACD 30n meilenweit vorn. Sucht jemand nach einem hochwertigen Laufwerk für seinen Schatz an CDs und SACDs und hat noch weitere Digitalquellen, die er bestmöglich hören möchte, ist dies womöglich der ideale „finale“ Player.

Marantz SACD 30n gegen Denon DCD A-110
Konzern-Geschwister im direkten Vergleich: Denon DCD A-110 (links) gegen Marantz SACD 30n (Foto: H. Biermann)

Der Vollverstärker Model 30 sticht nicht im gleichen Maß heraus. Bei Denon gäbe es als direkten Konkurrenten den PMA A-110, der uns leider nicht (wir holen das in Kürze nach…) zur Verfügung stand. Aber LowBeats hat natürlich einen ganzen Fundus an potenziellen Vergleichsverstärkern: den Exposure 3010 S2D, den Yamaha A-S2200 und nicht zuletzt unseren aktuellen Lieblings-Amp dieser Klasse, den hybriden Supravox Vouvray.

Nun gut, der Supravox ist 700 Euro teurer. Lassen wir das aber einmal eine Nebensächlichkeit sein. Kollege Holger Biermann schwärmt immer von dessen „organisch-natürlichen“ Klang – halt genau das Bonbon, das Röhrenfans am liebsten naschen. Der Marantz ist auf der Gegenseite unterwegs. Er ist der Kurzstrecken-Läufer. Rasant im Antritt, immer auf den Punkt, stets das komplette Leistungsspektrum auf dem Asphalt. Klingt vielleicht auch ein wenig aggressiv, ist es aber nicht. Ich mag diesen kernigen Zugriff.

marantz Model 30 vs Supravox Vouvray und Yamaha A-S2200
Marantz Model 30 mit Supravox Vouvray und Yamaha A-S2200 an der Dynaudio Heritage Special (Foto: H. Biermann)

Im Vergleich zum Exposure 3010 S2D fiel sofort die größere Souveränität auf. Der Marantz wirkte sonorer, schob mehr von unten heraus und hatte bei hohen Pegeln auch mehr Reserven. Aber schon im Vergleich zum quicklebendigen Exposure ließ der Model 30 erkennen, dass er im Mittelhochtonbereich etwas wenig Auflösung bietet. Das klingt keineswegs verkehrt oder unangenehm. Feinste Details funkeln in diesem Bereich mit dem Exposure einfach noch feiner.

Das wurde noch deutlicher im Vergleich zu den Boliden von Supravox und Yamaha. Der Supravox klingt vielleicht noch etwas samtiger, sonorer und hat nicht diesen Antritt des Marantz. Aber in dem angesprochenen Bereich bietet der Franzose noch mehr Detailreichtum und Farbpracht als der Marantz. Und dass der auf Transparenz gezüchtete Yamaha in dieser Disziplin noch mehr glänzen kann, war von Anfang an klar.

Und so gibt es hier fast ein Dejà vu zu dem Test der Ruby-Komponenten aus dem Jahr 2019: Auch da zeigte sich der Player überlegen. Der Verstärker indes wurde „nur“ als guter Vertreter seiner Preisklasse eingestuft. Aber halt nicht als überragend.

Fazit Marantz Model 30 + SACD 30n

Der SACD 30n ist das große Highlight dieser Kombination. Über den Player beherrscht der Nutzer alle Medien der modernen Welt. Natürlich die Silberscheiben, aber auch das gehobene Streaming – über den Rechner oder ein NAS im Netzwerk. Dazu kann man noch allerlei Streaming-Anbieter einflechten. Super. Für 3.000 Euro kenne ich nichts vergleichbar Gutes und Vielseitiges. Und so lautet auch hier die Botschaft: Wer auf der Suche nach einem richtig guten Netzwerkspieler/Wandler ist, der zudem in höchster Qualität Silberscheiben inklusive SACDs spielt, wird schwerlich eine bessere Alternative finden.

Der Vollverstärker legt noch Kraft und die große Vinyl-Ausbeute dazu. Ich würde mir ein bisschen mehr Auflösung in den oberen Mitten wünschen, aber das sind Luxus-Sorgen und letztendlich Geschmacksfragen. Denn diese Kombination reißt man nicht auseinander, sondern kauft sie selbstredend im Gespann – eben, weil sie in Kombination so gut klingt. Ich sehe den Aufbau schon vor mir: Ein Rack aus edlem Holz, links der Plattenspieler, in der Mitte der Amp, rechts der Silberscheiben-Player. Nichts würde mir fehlen. Einzige Frage: Silber oder Schwarz? Mein Tipp: schwarz wirkt edler, geheimnisvoller.

Tonal ausgewogener, natürlich-musikalischer Klang
Enorme Kraft, großer Tiefgang
Exzellente MM-/MC-Phonostufe
Raffiniertes Design

Vertrieb:
Marantz Deutschland
Division of D&M Germany GmbH
An der Kleinbahn 18
41334 Nettetal
www.marantz.com

Preis (Hersteller-Empfehlung):
Marantz Model 30: 3.000 Euro

Marantz SACD 30n
2021/03
Test-Ergebnis: 4,8
ÜBERRAGEND
Bewertungen
Klang
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Eleganter, schneller, dynamischer Klang
Eingebauter Spitzen-DAC für alle digitalen Quellen
Streaming-fähig dank eingebauter HEOS-Plattform
Raffiniertes Design

Vertrieb:
Marantz Deutschland
Division of D&M Germany GmbH
An der Kleinbahn 18
41334 Nettetal
www.marantz.com

Paarpreis (Hersteller-Empfehlung):
Marantz SACD 30n: 3.000 Euro

Mit- und Gegenspieler:

Dynaudio Heritage Special im Test: in der Tradition der großen Sondermodelle
Test Kompaktbox ATC SCM19
Vollverstärker Doppeltest: Yamaha A-S1200 und A-S2200
Test Exposure 3010 S2D: Hohe Dynamik & Agilität
Player/Verstärker-Kombination Marantz KI Ruby im Test
Test Atoll IN 300: DAC-Amp mit Kraft und Feindynamik

Mehr von Marantz:

Marantz AV8805: AV-Vorverstärker mit Vollausstattung
Test Marantz SR7015 – bester AV-Receiver der Oberklasse?
Test: Marantz PM7000N Vollverstärker mit HEOS Streaming
Test Player/Verstärker-Kombination Marantz KI Ruby
Test Marantz SA-10: Top DAC-CD-SACD-Player
Marantz HD AMP1 / CD1: HiFi modern im Retro-Look
Marantz Model 2238B: Vintage-Receiver von 1978

Autor: Andreas Günther

Der begeisterte Operngänger und Vinyl-Hörer ist so etwas wie die Allzweckwaffe von LowBeats. Er widmet sich allen Gerätearten, recherchiert aber fast noch lieber im Bereich hochwertiger Musikaufnahmen.